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Gesunde Ernährung: Was stimmt?

Die Schlagzeilen zu den Gesundheitseffekten von Nahrungsmitteln widersprechen sich

Was wissen wir eigentlich über die gesundheitlichen Effekte von bestimmten Nahrungsmitteln? Wer die Schlagzeilen in den Medien verfolgt, bleibt meist verwirrt zurück. Kaffee soll wahlweise gesund oder schädlich sein, lebende Bakterienkulturen sind einmal gut für das Darmmikrobiom ein andermal wirkungslos, Sojaprodukte sollen bei Wechseljahrsbeschwerden helfen oder Brustkrebs fördern. Was stimmt denn nun?

Das ist oft gar nicht so leicht herauszufinden, denn Ernährungsstudien sind häufig Beobachtungsstudien und deshalb anfällig für Verzerrungen und Störfaktoren.

Sucralose: Der Süßstoff darf nicht für Backwaren verwendet werden

Süßstoffe werden als gesunder Ersatz für Zucker beworben. doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt, dass Menschen, die auf ihr Gewicht achten wollen, nicht zu Süßstoffen greifen sollten. Sie könnten zwar womöglich kurzfristig helfen, das Gewicht etwas zu reduzieren, aber langfristige Abnehm-Effekte sind nicht belegt. Zudem gibt es kaum Daten zu den langfristigen Folgen. Beim Süßstoff Sucralose ist aber inzwischen klar, dass er gesundheitsschädlich ist, wenn er erhitzt wird. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA warnt vor der Entstehung von Chlorverbindungen. Sucralose darf deshalb nicht in Backwaren verwendet werden.

GLP-1-Hemmer bergen Gefahr für den Sehnerv

Das Diabetes- und Abnehmmittel Semaglutid kann zu Augenschäden führen. So kann es die diabetische Retinopathie, eine bei Zuckerkrankheit auftretende Netzhautschädigung, verschlimmern. Eine weitere Nebenwirkung kann aber auch die Schädigung des Sehnervs sein. Diese akut auftretende, nicht entzündliche Krankheit (NAION) ist wahrscheinlich eine Folge einer lokalen Durchblutungsstörung. NAION lässt sich kaum behandeln und kann zu schwerem Sehverlust oder sogar zu Erblindung führen. Das kann eine von 10.000 mit dem Wirkstoff behandelte Personen betreffen.

Ein Abnehm-Shake trägt dick auf

Den Diätshake Almased® gibt es schon seit vielen Jahren. Jetzt wird er auch als „Longevity-Diät“ und „Wundermittel zum jünger werden“ angepriesen. Der ebenso trendige wie schwammige Begriff Longevity (Langlebigkeit) lässt viel Spielraum zur Interpretation. Sicherlich ist es gesundheitlich günstig, starkes Übergewicht abzubauen. Aber überzeugende Belege, dass der Diätshake jünger macht, bleibt der Anbieter schuldig. Werbung, aufgepasst: Almased für längeres Leben?

Probiotika: Gesundheitlicher Nutzen nicht belegt

Manche Hersteller von Säuglingsnahrung setzen ihren Produkten Bakterienstämme zu, denen eine positive Wirkung für die Gesundheit von Babys zugeschrieben wird. Diese Probiotika sollen dazu beitragen, dass Säuglinge weniger Infekte bekommen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat solche Produkte erneut unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass ein gesundheitlicher Nutzen von Säuglingsnahrung mit Probiotika wissenschaftlich nicht belegt ist. So gibt es bislang keine Nachweise dafür, dass Säuglinge durch diese Produkte seltener Durchfall bekommen.

Was Pflanzenhormone im Körper bewirken

Die Verbraucherzentrale hat Sojaprodukte mit ihren hormonaktiven Inhaltsstoffen einem Faktencheck unterzogen. Ausgangspunkt ist, dass die Sojabohne reichlich Isoflavone enthält. Weil deren chemische Struktur dem Geschlechtshormon Ös­trogen ähnelt, heißen sie auch Phytoöstrogene. Sie können im Körper an Östrogenrezeptoren andocken und dadurch sowohl östrogenartige Wirkung entfalten als auch das körpereigene Östrogen blockieren. Hat das mehr positive oder negative Effekte?Sind Sojaprodukte gesund oder riskant?

 

Sucralose nicht erhitzen

Abnehmmittel Semaglutid: Augenschäden bestätigt