Gesund durch die Schwangerschaft: Was werdende Mütter wissen sollten
Ernährung, Vorsorgeuntersuchungen, Umwelteinflüsse
Inhalt
Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, in der viele Gefühle zusammenkommen. Häufig schwanken Schwangere und ihre Partner:innen zwischen Freude, Hoffen und Sorgen. In dieser Zeit tauchen viele Fragen auf, die sich um die Gesundheit von Mutter und Kind drehen.
Wie sollte ich mich ernähren? An welchen Vorsorgeuntersuchungen sollte ich teilnehmen? Wie lassen sich mögliche genetisch bedingte Erkrankungen rechtzeitig erkennen? Wie schütze ich mich und mein Kind vor schädlichen Umwelteinflüssen?
Folsäure, Jod und Co.: Nährstoffe in der Schwangerschaft
Wenn ein Kind unterwegs ist, machen sich viele Frauen Sorgen, ob die Nährstoffe, die sie mit der Nahrung aufnehmen, für eine gesunde Entwicklung des Babys ausreichen oder ob sie zusätzlich Vitaminpräparate nehmen sollten. Die meisten Frauen, die in Deutschland im gebärfähigen Alter sind, erreichen laut einer Studie von 2016 nicht die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Menge an Folsäure (Folat). Frauen sollten mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft damit beginnen, 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels einzunehmen. Schwangere und Stillende haben zudem einen höheren Bedarf an dem Spurenelement Jod, der aber meistens über eine bewusste Ernährung abgedeckt werden kann. Insgesamt sollten Schwangere noch zurückhaltender mit Nahrungsergänzungsmitteln als andere Erwachsene sein.
Risiken und Grenzen des Pränataltests
Seit Juli 2022 zahlen die Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen den nicht invasiven Pränataltest (NIPT) auf Trisomie 13, 18 und 21. Doch was als Ausnahme gedacht war, entwickelt sich zunehmend zur Routine in der Schwangerschaftsvorsorge. Die Daten der Krankenkasse Barmer zeigen, wie häufig die Untersuchung eingesetzt wird. So haben 2024 fast 50 Prozent der Schwangeren einen NIPT in Anspruch genommen, ein Jahr zuvor waren es noch 32 Prozent. Häufig wurde der Test auch bei jüngeren Schwangeren durchgeführt, obwohl Trisomien in dieser Altersgruppe sehr viel seltener auftreten. Gleichzeitig stieg laut Barmer auch die Zahl invasiver Folgeuntersuchungen, wie Fruchtwasseruntersuchungen, an. Doch wie sicher ist der Bluttest auf Trisomien?
Wenige Unterschiede zwischen unauffälligen und riskanten Schwangerschaften
Laut einer Analyse von Barmer-Abrechnungsdaten erhalten gesunde Schwangere viel mehr Ultraschall- und CTG-Untersuchungen als medizinisch empfohlen. Die Daten zeigen, dass sich die Versorgung gesunder Schwangerer kaum von denjenigen unterscheidet, bei denen ein schwieriger Verlauf der Schwangerschaft zu befürchten ist. Dabei ist eigentlich genau festgelegt, welche und wie viele Vorsorgeuntersuchungen bei gesunden Schwangeren durchgeführt werden sollen.
Kommerzielle Anbieter von Gentests verunsichern Eltern
Ein Bluttest zur Früherkennung von bestimmten angeborenen Krankheiten gehört in Deutschland zu den Routineuntersuchungen für Neugeborene. Kommerzielle Anbieter von Gentests suggerieren Eltern, das sei nicht ausreichend. Diese kommerziellen Angebote sind etwas anderes als das bewährte reguläre Neugeborenenscreening (NGS) in den ersten 48 bis 72 Stunden nach der Geburt, das von den Krankenkassen übernommen wird und alle Babys erreicht. Es soll die Früherkennung von Erkrankungen ermöglichen, die unbehandelt schon nach Tagen oder Wochen zu schweren Störungen in der Entwicklung oder sogar zum Tod der Kinder führen können. Ohne Screening werden die Krankheiten oft erst dann festgestellt, wenn bereits irreversible Schäden beim Kind entstanden sind. Kommerzielle Gentests sind darüber hinaus nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll, über Nutzen und Schaden sollte man sich vorab gut informieren. Manche Gentests für Neugeborene sind unseriös.
Gefährliche Hitze für Mutter und Kind
Ein möglicher Auslöser für Frühgeburten sind heiße Tage, vor allem, wenn die Temperaturen an mehreren Tagen hintereinander die 30-Grad-Marke überschreiten. Je länger die Hitzewelle dauert, desto höher das Risiko für eine späte Frühgeburt, also eine Geburt zwischen der 34. und 37. Schwangerschaftswoche. Angesichts der Klimaprognosen rechnen Wissenschaftler:innen damit, dass Frühgeburten weiter zunehmen. Im Jahr 2033 könnten 15 Prozent der Geburten Frühgeburten sein – fast doppelt so viele wie heute. Verschiedene Berufsverbände der Gynäkologie und Geburtshilfe plädieren dafür, die Prävention von Schwangerschaftsproblemen durch Hitzestress voranzutreiben: Reduktion der Treibhausgase, Begrünung der Städte und Bereitstellung von klimatisierten öffentlichen Räumen. Denn der Klimawandel erhöht das Risiko für Frühgeburten.
NIPT in der Schwangerschaft: Wie sicher ist der Bluttest auf Trisomien?
Stand: 3. August 2026