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Was wir über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Antidepressiva wissen

Die Wirkung von Antidepressiva wird unterschiedlich bewertet

Antidepressiva gehören zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln in Deutschland. Sie sind ein Baustein bei der Behandlung von Depressionen. Ein anderer ist die Psychotherapie. Beide Behandlungsformen sollen Symptome lindern und Verschlechterungen verhindern.

Zur Wirkweise von Antidepressiva gibt es offene Fragen und es wird diskutiert, wie hilfreich die Medikamente sind. Oft ist schwer vorhersehbar, welches Präparat einem einzelnen Menschen hilft, deshalb probieren Ärztinnen und Ärzte häufig zuerst die Wirkstoffe aus, die sie als wirksam und verträglich einschätzen. Manchmal müssen verschiedene Wirkstoffe ausprobiert werden, bis man das Medikament mit dem besten Nutzen-Risiken-Profil findet.

Antidepressiva: Was Patient:innen an heißen Tagen beachten sollten

Am Hitzeaktionstag wird auf Gesundheitsrisiken durch Hitzewellen aufmerksam gemacht. Er findet jedes Jahr am 11. Juni statt. Das eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, um sich auf die heiße Zeit vorzubereiten und mit Ärztin oder Arzt über die verordneten Medikamente zu sprechen: bevor der Sommer so richtig durchstartet. Denn viele Arzneimittel können ihre Wirkung bei Hitze verändern. Dazu zählen auch Antidepressiva. Sie beeinflussen das Temperaturempfinden und die Wärmeregulation des Körpers und machen Patient:innen anfälliger für Hitzeerkrankungen. Die Ärztin und Wissenschaftlerin Alina Herrmann erklärt in diesem Interview, worauf Menschen in Hitzeperioden achten sollten, die bereits eine Krankheit haben und Medikamente einnehmen.

Was bewirken Medikamente aus der Gruppe der SSRI?

Antidepressiva werden aus vielerlei Gründen verordnet: bei Depressionen, chronischen Schmerzen, Schlafproblemen, Angstzuständen, Ess- und Somatisierungsstörungen. Etwa sechs bis neun Prozent der Deutschen erhalten mindestens einmal im Jahr ein Rezept für ein Antidepressivum, Frauen deutlich häufiger als Männer und Ältere häufiger als Jüngere. Über 30 Wirkstoffe sind als Antidepressivum zugelassen. Diese werden aufgrund ihrer pharmakologischen Eigenschaften in mehrere Gruppen unterterteilt. Am häufigsten werden die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) verschrieben. Eine wichtige unerwünschte Wirkung von SSRI sind – wie auch bei vielen anderen Psychopharmaka – Veränderungen beim Körpergewicht. Genaue Zahlen hierzu sind aber nur schwer zu finden. Trotzdem führen viele, die die Behandlung vorzeitig abbrechen, Gewichtszunahme als Grund an. Was wissen wir darüber?

Was die Studienlage zu zusätzlichem Vitamin B zagt

Vor allem bei schweren Depressionen zählen Antidepressiva zu den empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten. Eine umfangreiche Übersichtsstudie zeigte, dass alle gängigen Antidepressiva einer Behandlung mit Placebo überlegen waren, allerdings mit weitgehend nur moderaten Effekten. Zudem spricht ein beträchtlicher Teil der Patient:innen nicht ausreichend auf eine Therapie mit Antidepressiva an, man schätzt das betrifft zwischen 10 und 30 Prozent der medikamentös Behandelten. Eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen soll das Ansprechen auf Antidepressiva verbessern und den Therapieverlauf positiv beeinflussen. Plausibel ist das, aber eindeutig nachgewiesen ist es nicht.

Was Patient:innen zum Suizid-Risiko wissen müssen

Selbsttötung oder Gedanken daran gehören zu den schwerwiegendsten Folgen einer Depression. Um eine mittelschwere oder schwere Depression zu behandeln, werden Psychotherapie und/oder Antidepressiva empfohlen. Fachleute weisen jedoch auf eine oft zu wenig bedachte unerwünschte Wirkung hin: In bestimmten Situationen können Anti­depressiva möglicherweise das Suizidrisiko erhöhen. Besonders zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva, bei Dosisänderungen und beim Absetzen ist Vorsicht geboten. Was hilft, um die Risiken zu senken?

 

Hitze kann bestehende Krankheiten schlimmer machen