Zum Inhalt springen
© Andreas F./ fotolia.com

Nahrungsergänzungsmittel: Was bringt zusätzliches Vitamin B bei Depressionen?

Über Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel sind ein Dauerbrenner-Thema im Verbraucherschutz. Vitamine, Mineralien und sogenannte Mikronährstoffe versprechen den Herstellern satte Gewinne. Deshalb sind Verbraucher:innen zunehmend mit Werbung dafür konfrontiert. Das Internetmarketing durch Influencer:innen spielt dabei eine immer größere Rolle. Was wissen wir über Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln?

Was die Studienlage zum Nutzen von B-Vitaminen bei Depressionen sagt

B-Vitamine sind an vielen neurobiologischen Prozessen beteiligt und spielen deshalb eine wichtige Rolle für das Nervensystem und die psychische Gesundheit. In kleineren Studien fanden Wissenschaftler:innen heraus, dass Menschen mit Depressionen häufig niedrige Vitamin-B12-Werte haben. Ob diese Werte ursächlich für depressive Episoden verantwortlich sind oder ob Menschen mit Depressionen ihre Ernährung vernachlässigen und es deshalb zu einem Vitaminmangel kommt, ist aber noch unklar.

Die Frage ist, ob die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit B-Vitaminen bei der Behandlung von Depressionen einen Nutzen haben könnte, zum Beispiel wenn sie ergänzend zu Antidepressiva eingenommen werden.

In den letzten Jahren ist ein Interesse an Kombinationstherapien von Antidepressiva mit B-Vitaminen entstanden. Eine mögliche Erklärung für die Rolle der B-Vitamine bei Depressionen hängt mit dem Homo­cystein-Stoffwechsel zusammen, der hauptsächlich von Folsäure und Vitamin B12 abhängt. Eine Kombination von Anti­depressiva mit Vitamin-B-Komplex-Ergänzungspräparaten ist plausibel. Während Antidepressiva die Signalübertragung im Gehirn beeinflussen, könnten B-Vitamine die neuronale Funktion stabilisieren. Was plausibel klingt, sollte jedoch auch in Studien nachgewiesen werden. Wie ist die Studienlage?

Verbraucherschützer warnen vor Risiken von Astaxanthin

Flamingos, Lachse und Krebse verdanken ihre rötliche Farbe Astaxanthin. Diesen Farbstoff produziert die Blutregenalge Haematococcus pluvialis. Kleine Krebse, die sich von dieser Mikro­alge ernähren, speichern ihn in ihrem Gewebe und geben ihn an Fische weiter, von denen sie gefressen werden. So wandert Astaxanthin durch die Nahrungskette. Als Zusatzstoff für Lebensmittel selbst ist Astaxanthin jedoch nicht zugelassen. Seit seiner Zulassung als Novel Food im Jahr 2017 erfreut es sich Astaxanthin großer Beliebtheit als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln. Hersteller verstoßen beim Marketing gegen Regeln und zu den Risiken gibt es noch viele offene Fragen.

Werbung für Nahrungsergänzungsmittel als Advertorial

Eine Doppelseite in der Zeitschrift Bella wirkt auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Artikel nebst Experteninterview. Ein Hinweis „Anzeige“ findet sich nirgends. Doch was wie ein redaktioneller Beitrag aussieht, ist reine Werbung für das Nahrungsergänzungsmittel Keltican. GPSP berichtete schon öfter über Keltican, weil es mit unzulässigen Versprechen angepriesen wird. In unserer Rubrik „Werbung – Aufgepasst!“ stellen wir regelmäßig unzulässige Werbung für Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel vor.

Neues Themenheft informiert über Nahrungsergänzungsmittel

Allein im Jahr 2024 wurden 19.338 Nahrungsergänzungsmittel beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) neu angemeldet. Das sind mehr als 50 pro Tag, Wochenenden einberechnet. Diese Zahl verdeutlicht, wie schnelllebig und groß der Markt für Präparate ist. Die Präparate enthalten zum Teil hochkonzentrierte Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige Stoffe, wie etwa sekundären Pflanzenstoffe. Ein aktuelles Themenheft klärt über Nahrungsergänzungsmittel auf, doch als Fachpublikation werden diese Informationen wohl nur wenige Verbraucher:innen erreichen. Eine vertane Chance!

 

Wirken Antidepressiva besser mit zusätzlich Vitamin B?

Über Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln