Medikamente für die Behandlung von Long- und Post-Covid
Vier Medikamente im Off-Label-Use
Für Menschen, die nach einer Corona-Infektion noch lange Symptome haben, gibt es keine zugelassenen Medikamente. Long- und Post-Covid zu behandeln, ist schon allein wegen der vielfältigen, sehr unterschiedlichen Symptome eine medizinische Herausforderung.
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Künftig können vier Medikamente auch ohne die nötige Zulassung genutzt werden. Sie werden nun auch von den Krankenkassen bezahlt. Dieser sogenannte Off-Label-Use ist auf den ersten Blick ein Fortschritt für Betroffene. Doch von der ersten Ankündigung einer solchen Liste bis zur Entscheidung vergingen mehr als zwei Jahre. Zeit, in der Betroffene mit ihren Beschwerden alleine blieben.
Vier Medikamente künftig verschreibbar
Als Long- und Post-Covid werden anhaltende oder neue Beschwerden, wie etwa Fatigue, Kurzatmigkeit und kognitive Störungen bezeichnet, die länger als vier (Long Covid) oder zwölf Wochen (Post Covid) nach einer SARS-CoV-2-Infektion bestehen bleiben. Die Symptome sind vielfältig, treten oft schubweise auf und können auch nach einer milden akuten Infektion bestehen bleiben. Vier Medikamente können nun auch außerhalb der ursprünglichen Zulassung bei Long- und Post-Covid eingesetzt werden: Medikamente gegen Herzrasen und bei Übergewicht zur Prävention von Post-Covid-Symptomen, Medikamente bei Fatigue und bei Depressionen.
Teure und nutzlose Angebote bei Long-Covid
Die Not vieler Betroffener ist groß. Das hat einen fragwürdigen Markt geschaffen, auf dem Ärzt:innen und Unternehmen mit teilweise teuren und nicht immer seriösen Angeboten um Patient:innen werben. Was wirklich helfen kann, fasst eine Leitlinie zusammen. Sie führt einige lindernde und symptomatische Behandlungsansätze auf, eine heilende Therapie fehlt jedoch. Während selbst Unikliniken mangels Alternativen zum Teil auf nicht-zugelassene Behandlungen setzen, wächst ein dubioser Markt.
Unzulässige Werbung für Vitamin-C-Infusionen
Die Firma Pascoe bewarb im Deutschen Ärzteblatt ihre Vitamin C-Injektionslösung Pascorbin bei Long-Covid ohne ausreichende Belege zur Wirksamkeit. Das Präparat ist nicht gegen Long-Covid zugelassen und die S3-Leitlinie zur Therapie von Covid-19 erwähnt Vitamin C nicht einmal. Es zeigte sich, dass es den Patient:innen durch Vitamin C nicht besser ging und die Behandlung sogar schaden kann.
Verbraucherzentrale kritisiert Werbung
Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln versuchen im Internet an Menschen zu verdienen, die noch längere Zeit nach ihrer Corona-Infektion von Beschwerden wie ausgeprägter Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit berichten. Bisher ist keine ursächliche Therapie bekannt, Betroffene müssen auf Termine in Spezialambulanzen oft lange warten. Das nutzen Geschäftemacher aus, wie die Verbraucherzentrale kritisiert.
Stand: 4. Mai 2026