Was nützen KI-Chatbots bei Gesundheitsfragen?
Wie verlässlich sind die Antworten der Künstlichen Intelligenz auf Gesundheitsfragen?
Inhalt
Künstliche Intelligenz (KI) hält mit unterschiedlichen Anwendungen immer mehr Einzug in die Medizin und hilft zum Beispiel bei der Beurteilung von Tests und Bildern aus Röntgenuntersuchungen. Aber auch bei der Schulung von Patient:innen, zum Beispiel nach einer Krebsdiagnose, spielt KI eine Rolle. Dort kommen Chatbots zum Einsatz, die mit Informationen aus medizinischen Datenbanken und Leitlinien gefüttert sind und so helfen sollen, die Krankheit und ihre Behandlung besser zu managen.
KI-Chatbots stehen auch frei für alle im Internet zur Verfügung. Diese Chatbots greifen jedoch in der Regel nicht auf spezialisierte Informationen zu, sondern auf alles, was ins Internet hochgeladen wird. Wenn sich Menschen mithilfe solcher Chatbots über Gesundheitsfragen informieren möchten, besteht ein Risiko, das bereits gut von der Suche via Suchmaschine bekannt ist: Sie könnten in die Irre geführt werden. Schließlich gibt es auch viele falsche und von kommerziellen Interessen bestimmte Gesundheitsinfos im Netz.
Interview zum Nutzen Künstlicher Intelligenz bei Gesundheitsfragen
Immer mehr Menschen nutzen Chatbots, um sich über Symptome und Gesundheitsthemen zu informieren. In Tests über medizinisches Wissen schneiden die Sprachmodelle oft erstaunlich gut ab. Trotzdem sollte man den Antworten der Künstlichen Intelligenz nicht blind vertrauen. Denn in den Dialogen zwischen Mensch und Maschine kann viel schief gehen, erklärt Jana Meixner im Interview. Sie leitet den unabhängigen Faktencheck-Service Medizin transparent, ein Projekt von Cochrane Österreich. Das Team von Medizin transparent überprüft Gesundheitsmythen und Behauptungen und erklärt verständlich, was sich anhand von Studien zu den Fragen der Bürger:innen sagen lässt.
Wie sich verlässliche Gesundheitsinformationen erkennen lassen
Im Internet finden sich jede Menge falsche und irreführende Behauptungen über Gesundheit. Die meisten Menschen tun sich schwer damit, seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. Checklisten helfen bei der Orientierung im Informationsdschungel. In unserem Beitrag finden Sie ein Checkliste für verlässliche Gesundheitsinfos und Links zu seriösen Gesundheitsseiten im Internet.
Krankheitssymptome und Beschwerden digital
Symptomchecker können Interessierten dabei helfen, besser einzuschätzen, ob ein ärztliches Eingreifen bei alltäglichen Beschwerden nötig ist, wie etwa bei Halsweh. Gleichzeitig können sie aber Menschen durch falsche oder zu schwerwiegende Diagnosen verunsichern. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), auch Gesundheits-Apps genannt, haben immer häufiger diagnostische und therapeutische Funktionen. Für Fehldiagnosen übernehmen die sogenannten Symptomchecker jedoch keine Haftung. Auch der medizinische Nutzen dieser Anwendungen ist oft unklar. Wie smart ist die digitale Medizin?
Initiativen für mehr Orientierung bringen nicht viel
Google startete zwei Initiativen, die Nutzer:innen helfen sollen, die Seriosität von Quellen einzuschätzen. Bereits seit Oktober 2022 gibt es in Deutschland bei der Google-Suche für alle Treffer die Funktion „Informationen zu diesem Ergebnis“, seit Ende Februar 2023 speziell für Gesundheitsthemen ein Qualitätssiegel für Videos auf YouTube („YouTube Health“). Aber wie gut helfen diese Optionen, verlässliche und fragwürdige Anbieter von Gesundheitsinformationen zu unterscheiden?
Stand: 11. Mai 2026