9. September 2019

Keine gute Idee

Eierstock-Ultraschall als Kassenleistung?

© Darunechka/ iStockphoto.com
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Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als sogenanntes Screening – also ohne dass irgendwelche Beschwerden vorliegen – ist ein häufig verkauftes „IGeL“-Angebot. Frauen müssen es aus eigener Tasche bezahlen. Es gibt bisher jedoch keine zuverlässigen Hinweise, dass sich damit Eierstockkrebs generell früher erkennen und erfolgreicher behandeln lässt. Warum fordert eine medizinische Fachgesellschaft dann, dass Krankenkassen die Untersuchung künftig bezahlen sollen?

Krebsfrüherkennung (im Sinne eines „Screenings“) klingt intuitiv sehr sinnvoll. Und die Angst vor Krebs ist groß. Doch nur wenige Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung verhindern nachweislich Todesfälle durch die jeweilige Erkrankung. Und keine Testmethode liefert zu 100 Prozent richtige Ergebnisse. Krebs kann also übersehen werden oder der Test schlägt möglicherweise falschen Alarm, obwohl überhaupt keine Krebszellen vorhanden sind. Es kann auch zu Überdiagnosen kommen.

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Ausgabe 2021/05




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