Risiken bei Arzneimitteln reduzieren: Wie gelingt das?
Wie die Arzneimittelsicherheit überwacht wird
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Wenn neue Medikamente auf den Markt kommen, wurden sie in Zulassungsstudien getestet: Welche und wie viele Nebenwirkungen sind aufgetreten? Wie sollen Patient:innen sie einnehmen, damit die Arznei möglichst gut wirkt und wenig schadet? Doch wie geht es nach der Zulassung weiter?
Wenn das Medikament von mehr Menschen eingenommen wird als vor der Zulassung in den Studien, können auch mehr Risiken sichtbar werden. Wie wird eigentlich sichergestellt, dass im Gesundheitswesen mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen richtig umgegangen wird?
Wie entdeckt man unerwünschte Arzneimittelwirkungen?
In den Zulassungsstudien wird die Sicherheit neuer Arzneimittel zwar evaluiert, dennoch bleiben insbesondere seltene oder erst im Versorgungsalltag auftretende, unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) zunächst oft unentdeckt. Deshalb werden Arzneimittel auch nach ihrer Zulassung systematisch überwacht – das bezeichnet man als Pharmakovigilanz. Wie für die Sicherheit von Arzneimitteln gesorgt wird, erläutert die Pharmakovigilanz-Expertin Dr. Stanislava Dicheva-Radev. Dabei wird klar: Dafür müssen viele verschiedene Stellen zusammenarbeiten und jeweils wissen, welche Information wann wer braucht. Dabei zählt jede und jeder Einzelne – auch die Patient:innen.
Was nutzt der elektronische Medikationsplan?
Alle Versicherte, die eine elektronische Patientenakte haben, können ein neues Konzept zum Medikamentenmanagement nutzen. Darin ist auch ein elektronischer Medikationsplan integriert. Medikationspläne können aber auch nicht-digital geführt werden und nützlich sein. Patient:innen, die gleichzeitig mehr als drei verschreibungspflichtige Medikamente für mindestens 28 Tage einnehmen müssen, können eine Auflistung all ihrer Arzneimittel bekommen. In diesem sogenannten Medikationsplan werden Medikamente mit ihrem Handelsnamen, dem Wirkstoff, der Darreichungsform, der Dosierung und dem Einnahmegrund gelistet. Doch ein Medikationsplan bringt nicht automatisch Vorteile. Er muss gepflegt werden, was im Alltag nicht so leicht umsetzbar ist.
Wenn Medikamente gesundheitliche Probleme von Senioren verstärken
Bei älteren Menschen können bestimmte Nebenwirkungen von Arzneimitteln besondere Schwierigkeiten verursachen. Dabei können ganz unterschiedliche Probleme auftauchen, die von Verwirrtheit, verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit über Appetitlosigkeit bis hin zu Stürzen reichen. Besonders Medikamente, die den Botenstoff Acetylcholin beeinflussen, können Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören neben körperlichen Symptomen auch psychische, wie innere Unruhe und Angst. Was Patient:innen und Angehörige tun können, um diese Nebenwirkungen zu entdecken und zu lindern, erklärt der Geriater Bernhard Iglseder im Interview.
Was ist die Priscus-Liste?
Manchmal können Medikamente mehr schaden als nützen. Dieses Risiko steigt, je älter eine Person ist. Die Priscus-Liste listet für mehr als 200 Wirkstoffe auf, welche Probleme sie insbesondere für die Altersgruppe ab 65 bereiten können. Sie finden die Priscus-Liste in einer Fassung für Patient:innen auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Stand: 21. September 2026