Zum Inhalt springen
© bymuratdeniz/iStock

Was bringt eine Meniskus-Operation bei Arthrose?

Bei manchen Behandlungen ist der Schaden größer als der Nutzen

Eine der häufigsten Operationen weltweit ist die teilweise Entfernung des Meniskus. Der Meniskus ist ein Halbring aus faserigem Knorpel, der auf der Gelenkfläche des Unterschenkelknochens mit Bändern verankert ist. In jungen Jahren reißt dieser Knorpel schnell durch Sportverletzungen ein. Dann wird meist operiert.

Doch ist eine Operation auch dann sinnvoll, wenn es zu altersbedingten Gewebeschäden am Meniskus gekommen ist? Das ist seit Langem umstritten. Eine finnische Vergleichsstudie war bereits 2007 und 2013 zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Operation keine Vorteile bringt. Nun wurden die Teilnehmer:innen 10 Jahre nach der Behandlung erneut untersucht. Dabei zeigte sich: Eine Operation ist wahrscheinlich die schlechtere Behandlungsvariante bei bestehender Arthrose.

Und wie sieht es bei anderen gängigen Behandlungen der Kniegelenksarthrose aus?

Meniskus-OP bei altersbedingtem Gelenkschaden schadet

Eine finnische Vergleichsstudie mit 146 Pati­ent:innen im Durchschnittsalter von 52 Jahren ging 2007 und 2013 der Frage nach, ob eine arthoroskopische Entfernung von verletztem Meniskusgewebe mehr nutzt als schadet. Dazu erhielten die Patient:innen entweder eine Meniskus-Operation oder eine Schein-OP. Ansonsten war die Behandlung gleich. Schon in ersten Nachuntersuchungen zeigten sich keine Vorteile der OP. Nun, nach 10 Jahren, ergab eine Nachuntersuchung, dass die Scheinoperation Knieschmerzen langfristig leicht verbessern konnte, die Meniskus-OP jedoch zu einer Verschlechterung führte. Die Fachleute gehen davon aus, dass die OP eine bestehende Arthrose beschleunigen kann. Die Betroffenen brauchten häufiger einen Knielenkersatz als die Vergleichsgruppe.

Knieprothese bei Arthrose

Die meisten Menschen, die wegen einer Kniearthrose ein künstliches Kniegelenk (Knieprothese) bekommen, leben langfristig mit dem ursprünglich eingesetzten Exemplar. Je nach Verschleiß kann es aber notwendig werden, die Knieprothese irgendwann ersetzen zu lassen. Wie gut das gelingt, hängt entscheidend davon ab, in welchem Krankenhaus man den das Kniegelenk wechseln lässt. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Was bringt die Bestrahlung bei Arthrose?

Arthrosen, schmerzhafte Abnutzungserscheinungen der Gelenke, sind weit verbreitet. Besonders in stark beanspruchten Gelenken wie Hüfte oder Knie führen Knorpelschäden und entzündliche Prozesse häufig zu Beschwerden. Von der Krankenkasse wird eine niedrigdosierte (engl. low-dose) Strahlentherapie bezahlt. Doch wie gut ist die Low-Dose-Bestrahlung bei Arthrose tatsächlich untersucht und wie sinnvoll ist sie? Wir haben uns die Studienlage dazu angesehen und stellen fest: Zweifel am Nutzen sind angebracht.

Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose

Viele Menschen versuchen, ihre Kniebeschwerden mit vermeintlich sanften Mitteln zu kurieren und nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein, zum Beispiel Chondroitin und Glucosamin. Doch Studien zeigen, dass diese Mittel bei Arthrose schlechter wirken als ein Placebo. Dazu kommt: Sie können Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Die Verbraucherzentrale warnte vor Kurzem erneut vor diesen Präparaten, da auch Wechselwirkungen mit Blutgerinnungshemmern auftreten können. Außerdem können sie für Diabetes-Patient:innen gesundheitsschädlich sein und bei Menschen mit Krebstier- oder Fischallergie ein Problem darstellen. Für Chondroitin und Glucosamin darf nicht mit positiven Wirkungen auf die Gelenke geworben werden.

GPSP berichtete schon 2007 über gut gemachte Studien, die keine Wirksamkeit der Mittel finden konnten. Konservative Behandlungsmethoden sind bei noch nicht weit fortgeschrittener Kniegelenkarthrose das Mittel der Wahl: Bewegung, Gewichtsreduktion und Kälte oder Wärme.

 

Meniskus-Operation bei Arthrose