Wie einem Herzinfarkt vorbeugen?
Welche Rolle spielen Medikamente und Lebensstil?
Inhalt
Bei einem Herzinfarkt verschließt sich meist ein Herzkranzgefäß plötzlich. Ein Teil des Herzmuskels wird von der Blutversorgung abgeschnitten und dadurch geschädigt.
Um das individuelle Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei gesunden Menschen einzuschätzen, nutzen Ärztinnen und Ärzte sogenannte Risikorechner. Diese beziehen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Blutdruck und Cholesterinwerte ein. Diese Risikorechner leisten auch nützliche Dienste für wichtige Entscheidungen in dieser Situation: Was bringt es, den Lebensstil zu ändern und welche Effekte hätte das Einnehmen von Blutdrucksenkern und Cholesterinsenkern auf das Herzinfarktrisiko?
Ist es zu einem Herzinfarkt gekommen, müssen die meisten Betroffenen eine Reihe von Medikamenten einnehmen.
Ist eine dauerhafte Einnahme von Betablockern immer notwendig?
Nach einem Herzinfarkt sollen Betablocker genommen werden. Sie sollen das Herz entlasten, indem sie den Herzschlag verlangsamen und den Blutdruck senken. Dadurch benötigt das Herz weniger Sauerstoff und Nährstoffe. Zudem sinkt das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt und für gefährliche Herzrhythmusstörungen. Das gilt als gängiges Wissen. Aber es stammt aus den 1970er- Jahren. Seither hat sich die Behandlung des Herzinfarkts erheblich verändert. Nun stellt sich die Frage, ob vor dem Hintergrund der verbesserten Akuttherapie auch heute noch alle Patient:innen langfristig einen Betablocker benötigen.
Was Gesunde zur Vorbeugung tun können
Die eigenen Risikofaktoren für einen Herzinfarkt zu kennen, ist ein wichtiger Baustein zu einer wirksamen Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen. So lässt sich das eigene Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle besser einschätzen. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin empfiehlt allen gesunden Menschen ab dem 50. Lebensjahr eine Risikoberatung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unabhängig davon, ob und wie viele Risikofaktoren tatsächlich vorliegen.
Nutzen von ASS bei gesunden älteren Erwachsenen fraglich
Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die Fähigkeit der Blutplättchen, an andere Plättchen anzudocken und zu verklumpen. Alle Patient:innen nach Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Stents in den Arterien erhalten ASS in niedriger Dosis (50–100 Milligramm einmal täglich) oder andere Hemmstoffe der Blutplättchen als Dauertherapie, um eine Wiederholung zu verhindern (Sekundärprävention). Bis vor ein paar Jahren haben auch viele gesunde Personen, die nur ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall haben, zur Primärprävention ASS erhalten. Das hat sich aber als nicht vorteilhaft erwiesen. Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen ist für Gesunde wenig sinnvoll.
Praktisches Wissen zu Bluthochdruck-Mitteln
Bei hohem Blutdruck steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenschäden. Gegen hohen Blutdruck gibt es jede Menge Arzneimittel. Nach welchen Kriterien verordnen Arzt oder Ärztin das jeweilige Medikament, und was muss man zu den Nebenwirkungen wissen? Wir geben Ihnen einen Überblick über die am häufigsten verordneten Medikamente. Sie erfahren Wissenswertes zu den häufigsten Blutdrucksenkern. Für alle diese Wirkstoffe ist nachgewiesen, dass sie vor den Folgeerkrankungen des hohen Blutdrucks schützen. Welches Medikament für Sie am ehesten geeignet ist oder ob unter Umständen sogar eine Kombination sinnvoll ist, können Sie aber nur im Gespräch mit Arzt oder Ärztin herausfinden.
Was sie selbst für Ihr Herz-Kreislauf-System tun können
Bluthochdruck ist oft nur einer von mehreren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beispielsweise neben hohen Cholesterinwerten, Diabetes oder Rauchen. Ob Medikamente zur Behandlung nötig sind, hängt neben den gemessenen Blutdruckwerten auch davon ab, wie hoch das Herz-Kreislauf-Risiko insgesamt ist. Günstig sind Veränderungen des Lebensstils: Sie können manchmal auch dabei helfen, dass blutdrucksenkende Medikamente nicht oder weniger oder erst später nötig werden. Wie Sie gesünder leben bei Bluthochdruck.
Stand: 28. September 2026