Wechseljahrsbeschwerden: Was wissen wir über Behandlungsmöglichkeiten?
Wie mit Hitzewallungen, Schlafstörungen und Co. gut umgehen?
In den Wechseljahren verändert sich die Hormonlage. Zu Beginn können die Hormonspiegel der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron stark schwanken, im Laufe der Zeit nimmt die Produktion von Östrogen immer weiter ab. Die Blutungen werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz aus.
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Mit dieser physiologischen Umstellungsphase werden eine Reihe von Wechseljahrsbeschwerden in Zusammenhang gebracht: von Hitzewallungen über Schlafstörungen bis zu Gelenkbeschwerden. Frauen erleben die Wechseljahre jedoch recht unterschiedlich: Circa ein Drittel hat kaum Symptome, ein Drittel moderate Beschwerden, und ein Drittel berichtet über Beschwerden, die den Alltag einschränken.
Oft lassen Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Stimmungsschwankungen auch ohne Behandlung nach. Doch wenn Wechseljahrsbeschwerden zu sehr belasten, gibt es verschiedene Möglichkeiten sie zu lindern. Im Netz und in Frauenzeitschriften werden viele Möglichkeiten vorgestellt – und oft auch beworben – für die es jedoch häufig keine oder nur dünne Wirksamkeitsbelege gibt.
Die US-Aufsichtsbehörde entfernt Warnhinweise in Hormonpräparaten
Mitte November 2025 entschied die US-Arzneimittelbehörde FDA, dass bestimmte Warnhinweise bei Hormonpräparaten für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden entfernt werden. Diese sogenannten Black-Box-Warnungen – ein schwarz umrahmter Kasten in der Packungsbeilage – wies auf Risiken der Hormone hin, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Diese Warnungen wurden in den USA im Jahr 2003 eingeführt, in Europa gab und gibt es diese Form der Warnhinweise nicht. Sie sind aber in Fachinformationen und Leitlinien eingeflossen und könnten das Image der Menopausalen Hormontherapie auch hierzulande ändern. Doch die Entscheidung dahinter war politisch – nicht fachlich – motiviert und ist damit ein Skandal.
Kritik an Nahrungsergänzungsmitteln mit Isoflavonen
Abhilfe bei Hitzewallungen in den Wechseljahren: Das versprechen Nahrungsergänzungsmittel mit Isoflavonen. Die Substanzen kommen unter anderem in Soja oder Rotklee vor und werden auch als Phytoöstrogene oder Phytohormone bezeichnet, weil sie chemisch dem menschlichen Hormon Östrogen ähneln. Die Verbraucherzentrale hat in einem Marktcheck überprüft, ob sich die Anbieter an die geltenden Vorschriften und Empfehlungen halten. Das Ergebnis: Trotz leichter Verbesserungen gibt es immer noch zahlreiche Verstöße.
Was wissen wir über Fezolinetant zur Behandlung von Hitzewallungen?
Fezolinetant ist zur Behandlung von mittelstarken oder starken Hitzewallungen in Deutschland seit Februar 2024 verfügbar. Patientinnen nehmen das Mittel einmal täglich als Tablette ein. Fezolinetant ist kein Hormon, sondern blockiert die Wirkung eines Botenstoffs, der an der Wärmeregulation beteiligt ist. Bei Frauen, für die eine Hormontherapie in Frage kommt, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Fezolinetant keinen Zusatznutzen zuerkannt, weil aussagekräftige Vergleiche aus Studien fehlen. In den Zulassungsstudien fielen zudem erhöhte Leberwerte auf. Seit Januar sollen auch in Deutschland Leberfunktionstests vor und während der Behandlung durchgeführt werden, sagt ein Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Vom Wert einer unterschätzten und ungeliebten Lebensphase
Die Wechseljahre einer Frau sind nach wie vor tabuisiert. Diesem Tabu spürt die Autorin Stefanie de Velasco in ihrem Essay Heiß. Eine Liebeserklärung an die Wechseljahre nach und greift dabei neben kulturellen und gesellschaftlichen auch medizinische Fragen auf. Sie erzählt, wie sie den Beginn des Umbruchs erlebt – wie sehr es sie verunsichert, dass ihr Körper Anzeichen des Alterns zeigt und wie sie damit kämpft, ihre Gefühle und ihr eigenes Verhalten zu verstehen. Bei dem Versuch, mehr darüber zu erfahren, was mit ihr passiert, stößt sie auf viele Hürden. Ihre Internetrecherche zum Thema Wechseljahre und die Gespräche mit ihrer Gynäkologin lassen sie mehr oder weniger ratlos zurück. Das ist aber noch nicht das Ende der Geschichte, sondern ein neuer Startpunkt auf der Suche nach ihrem eigenen Weg im Umgang mit den Veränderungen in der Menopause.
Stand: 9. März 2026