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Krebs früh erkennen: Was ist dabei wichtig zu wissen?

Was bringen die Früherkennungsprogramme gegen Krebs?

Für einige Krebsarten gibt es systematische Früherkennungsprogramme, sogenannte Screenings. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen, die keine Symptome haben, spezielle Untersuchungen in Anspruch nehmen können. Dabei ist definiert, wer an diesen für Patient:innen kostenlosen Tests teilnehmen kann, zum Beispiel Menschen ab einem bestimmten Alter.

Oft ist es aber gar nicht so einfach, zu entscheiden, ob die Teilnahme an einem Screening wirklich sinnvoll ist. Denn eine Untersuchung nach dem Prinzip Gießkanne hat Tücken: Manchmal gibt es dabei auch falschen Alarm, der weitere, eigentlich unnötige Untersuchungen und Behandlungen nach sich zieht.

Darmkrebs-Früherkennung: Fragen zum Nutzen der Koloskopie

Seit vielen Jahren gehört sie zu den Früherkennungsuntersuchungen, die die gesetzliche Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen bezahlt: die große Darmspiegelung, im Fachjargon Koloskopie genannt. Das Programm richtet sich an Menschen mit einem durchschnittlichen Risiko für Darmkrebs. Die bisherigen Nutzenbelege für die Koloskopie stützen sich vor allem auf zuverlässige Studien zur kleinen Darmspiegelung (Sigmoidoskopie) und Beobachtungsdaten. Neuere Daten aus Norwegen, Schweden und Polen können nicht klar belegen, dass durch die Krebs-Früherkennung mit einer großen Darmspiegelung weniger Menschen an Darmkrebs ­sterben.

Lungenkrebsscreening: Was sind die Vor- und Nachteile?

Krankenkassen übernehmen bei starken Raucher:innen die Kosten für die Früherkennung von Lungenkrebs. Danach können Menschen mit aktuell oder zurückliegend starkem Tabakkonsum ihre Lunge per Niedrigdosis-Computertomografie (CT) untersuchen lassen, um Lungenkrebs früh zu erkennen. Patient:innen können sich über die Vor- und Nachteile des Angebots bei gesundheitsinformation.de informieren. Eine Entscheidungshilfe zum Lungenkrebs-Screening bietet Informationen, mit denen Patient:innen die Vor- und Nachteile für ihre eigene Situation abwägen können.

Hautkrebs-Früherkennung: Es fehlen Daten zur Bewertung

Seit 2008 finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ein Hautkrebs-Screening: Gesetzlich Versicherte können kostenfrei ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die komplette Haut auf verdächtige Veränderungen untersuchen lassen. Damit sollen verschiedene Hautkrebsarten frühzeitig entdeckt werden. Die Untersuchung ist in speziell qualifizierten Hausarzt- oder Hautarzt-Praxen möglich. Eine Überprüfung des Screenings fand zwar Hinweise darauf, dass früh entdeckter Hautkrebs eine bessere Prognose hat. Ob das Routine-Screening Hautkrebs tatsächlich in einem früheren Stadium entdeckt, sodass eine erfolgreichere Therapie möglich ist, ist bisher aber nicht belegt. Die vorhandenen Daten sind allerdings so schlecht, dass sich ein Nutzen des Screenings umgekehrt auch nicht ausschließen lässt.

Eierstock-Ultraschall als Kassenleistung?

Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als sogenanntes Screening – also ohne dass irgendwelche Beschwerden vorliegen – ist ein häufig verkauftes „IGeL“-Angebot. Frauen müssen es aus eigener Tasche bezahlen. Es gibt bisher jedoch keine zuverlässigen Hinweise, dass sich damit Eierstockkrebs generell früher erkennen und erfolgreicher behandeln lässt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten deshalb nicht. Eine britische Studie, an der mehr als 200.000 Frauen teilnahmen, zeigt, dass die Sterblichkeit durch Eierstockkrebs dadurch nicht sinkt. Das Screening auf Eierstock-Krebs ist deshalb keine gute Idee.

Brustkrebs-Früherkennung: KI zeigt hohe Genauigkeit

KI wird in der medizinischen Praxis – insbesondere in der radiologischen Diagnostik, auch beim Mammografie-Screening – immer häufiger angewendet. Noch gilt aber, dass KI immer nur medizinische Expert:innen unterstützen und die Befundung nicht allein vornehmen soll. Inwieweit KI eine sichere Methode in der Brustkrebsfrüherkennung mittels Mammografie ist, wurde in einer großen kontrollierten Studie in Schweden überprüft. Die Studie mit über 100.000 Frauen zeigte, dass KI-gestützte Mammografie-Screenings Vorteile gegenüber der herkömmlichen Doppelbefundung bieten.

 

KI in der Mammografie