Klimawandel: Wie Umwelt und Gesundheit zusammenhängen
Vier Gesundheitsbereiche werden im Klimwandel wichtiger
Inhalt
Unsere Gesundheit wird von vielen Umweltfaktoren beeinflusst: Wie sauber Luft und Wasser sind, wie viele Bewegungsmöglichkeiten es gibt und welche Nahrungsmittel uns zur Verfügung stehen, um nur einige zu nennen. Europa erlebt in diesen Tagen die fünfte Hitzewelle des Sommers. Im Zuge des Klimawandels werden solche Extremwetterlagen weiter zunehmen. In den letzten Wochen wurde uns eindrucksvoll vor Augen geführt, dass Umweltbedingungen die Gesundheit direkt beeinträchtigen: Das Robert-Koch-Institut meldet so viele Hitzetote wie noch nie in einem Jahr.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) listet vier Gesundheitsbereiche auf, die im Zuge des Klimawandels wichtiger werden: Hitzeschutz, UV-Schutz, Allergieschutz und Schutz vor Zecken und Mücken.
Eingewanderte Arten übertragen hierzulande neue Krankheiten
Dengue, Zika, Chikungunya: Krankheiten aus den Tropen und Subtropen kommen immer häufiger in Europa vor. Übertragen werden sie von wärmeliebenden Mücken und Zecken. Fachleute schätzen, dass die Fälle von Dengue-Fieber in Deutschland in Zukunft stark ansteigen könnten. Auch vor anderen tropischen Krankheiten wird hierzulande immer häufiger gewarnt. Was man über sie und die Tiere, die sie übertragen, wissen sollte.
Mehr Pollen, länger Heuschnupfen
Durch den Klimawandel steigen weltweit die Durchschnittstemperaturen und in der Natur lassen sich Verschiebungen der Jahreszeiten beobachten. Auch Extremwetterereignisse häufen sich und der Klimawandel verstärkt die gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung. All das beeinflusst auch Allergien, konkret: wie lange sie dauern, wie schwer sie werden und wie häufig sie vorkommen. Vor allem Atemwegserkrankungen wie Asthma haben laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) bereits stark zugenommen und ein „epidemisches Ausmaß“ erreicht. Ein noch relativ unerforschtes Phänomen ist das Gewitterasthma (Thunderstorm Asthma). Menschen mit Heuschnupfen oder allergischem Asthma können bei Gewittern zum Teil schwere Asthma-Anfälle bekommen. Der Pollenkalender des Deutschen Wetterdienstes bietet Orientierung.
FAQ zu Sonnencreme
Wer hoher UV-Strahlung schlecht ausweichen kann, zum Beispiel aus beruflichen Gründen, oder wer gerne lange Sonnenbäder macht, sollte wissen, wie man sich vor UV-Schäden schützt. Denn UV-Strahlung gilt als wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs. Die Intensität der UV-Strahlung steigt durch den Klimawandel, vor allem im Frühling, wenn viele Menschen noch nicht an Sonnenschutz denken. Da wolkenlose Sonnentage insgesamt zunehmen, kann UV-Strahlung zudem ungehinderter die Erdoberfläche erreichen. Ein wichtiges Sonnenschutzmittel ist Sonnencreme. Immer wieder kursieren Falschmeldungen zu diversen Sonnenschutzmitteln im Internet, andererseits enthalten manche Sonnencremes tatsächlich verbotene Weichmacher. Die wichtigsten Fragen zum Sonnenschutz beantwortet unser Überblicksartikel.
Was bei hohen Temperaturen der Gesundheit hilft
Der Physiologe und Professor für Weltraummedizin und extreme Umwelten an der Berliner Charité, Hanns-Christian Gunga, erklärt in seinem Buch „Tödliche Hitze“, was im Körper passiert, wenn es zu warm wird. Außerdem gibt er Tipps, wie sich Hitzewellen besser begegnen lässt. Menschen vertragen in der Regel eine Abweichung der inneren Körpertemperatur von ungefähr 6 Grad. Das Risiko für Hitze-Erkrankungen unterscheidet sich aber von Mensch zu Mensch und hängt auch stark von der Luftfeuchtigkeit ab. Vor allem Menschen, die bereits Gesundheitsprobleme haben, sind gefährdet. Denn Hitze macht bestehende Erkrankungen häufig schlimmer. Der Autor betrachtet das Thema von vielen unterschiedlichen Seiten, sodass Leser:innen erfahren, wo Handlungsmöglichkeiten liegen.
Stand: 17. August 2026