Wie schütze ich mich am besten vor der Sonne?
Endlich warm draußen und vielleicht sogar Urlaub: Viele Menschen verbringen jetzt mehr Zeit im Freien. Allerdings gilt UV-Strahlung als wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs. Wie schützt man sich am besten vor der Sonne?
1. Welche Rolle spielt Sonnencreme?
Sonnencremes bieten nur einen begrenzten Schutz. Vermeiden Sie im Sommer möglichst die intensive Sonnenstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr, halten Sie sich im Schatten auf. Hautbedeckende Kleidung, am besten dunkel und aus dicht gewebten Stoffen, hält einiges an UV-Licht ab.1 Übrigens: Im Sommer benötigt der Körper nur wenige Minuten Sonnenschein, um ausreichend Vitamin D zu bilden.
2. Schützt Sonnencreme vor Hautkrebs?
Viele Untersuchungen stammen aus einer Zeit, in der der Lichtschutzfaktor (LSF) in Sonnencremes wesentlich niedriger war und keine UVA-Filter enthielten. Es gibt Hinweise, dass eine bestimmte Art von weißem Hautkrebs bei regelmäßiger Benutzung von Sonnencreme seltener auftritt. Für andere Arten von Hautkrebs ist das bisher nicht eindeutig belegt. Klar ist aber, dass das Risiko für Hautkrebs steigt, je mehr UV-Strahlung die Haut abbekommt. Deshalb halten Fachleute Sonnencremes besonders in Situationen für wichtig, in denen andere Sonnenschutz-Maßnahmen schwierig sind.2
3. Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?
Der LSF gibt an, wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, bevor man einen Sonnenbrand bekommt: Bei LSF 50 also 50-mal so lange wie ohne Schutz. Der LSF vervielfacht dabei die Eigenschutzzeit, die vom Hauttyp abhängt und bei sehr heller Haut nur einige Minuten beträgt. Der LSF gilt allerdings nur, wenn die Sonnencreme ausreichend dick aufgetragen ist. Erwachsene brauchen für den gesamten Körper drei bis vier Esslöffel. Nochmaliges Eincremen verlängert die Schutzzeit nicht, ist aber gerade nach dem Baden und Abtrocknen sinnvoll, auch bei „wasserfesten“ Produkten.
Der LSF bezieht sich nur auf den Schutz vor UV-B-Strahlung und vor Sonnenbrand. Kleinere Strahlendosen und die UV-A-Strahlung können allerdings auch die Haut schädigen. Deshalb sollte eine Sonnencreme auch einen UV-A-Filter enthalten.
4. Schadet Sonnencreme der Gesundheit?
In der EU müssen UV-Filter in Sonnenschutzmitteln eine Sicherheitsprüfung durchlaufen, oft werden dabei Höchstmengen festgelegt. Wissenschaftliche Erkenntnisse können sich aber ändern. Einige chemische UV-Filter stehen im Verdacht, dass sie möglicherweise den Hormonhaushalt beeinflussen können. Gesichert ist das aber nicht. Der UV-Filter Octocrylen kann sich im Laufe der Zeit zersetzen, dabei entsteht der vermutlich krebserzeugende Stoff Benzophenon. Verbraucherschützer raten deshalb dazu, zumindest angefangene Packungen aus dem Vorjahr zu entsorgen.3
Anders als chemische UV-Filter können mineralische Filter wie Titandioxid und Zinkoxid nicht durch die Haut in den Körper gelangen. Das gilt bei gesunder Haut auch für Produkte mit Nanopartikeln. Menschen mit chronischen Hauterkrankungen sollten sich vor der Verwendung solcher Sonnenschutzmittel vorher sicherheitshalber mit Arzt oder Ärztin beraten.4 Titandioxid ist seit 2022 als Zusatzstoff in Lebensmitteln verboten, weil bei innerlicher Anwendung der Verdacht besteht, dass es das Erbgut schädigen könnte.
Stand: 20. Juni 2023 – Gute Pillen – Schlechte Pillen 04/2023 / S.07