Ist Koffein schädlich?
Koffein ist nicht nur in Kaffee enthalten
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Energydrinks sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Viele trinken sie regelmäßig, um sich wacher und fitter zu fühlen. Die Getränke enthalten aber neben anderen gesundheitlich bedenklichen Stoffen, wie künstliche Aromen, Zucker und Süßstoff, meistens sehr viel Koffein.
Die Frage ist nun: Welche Folgen hat es für die Gesundheit von Jugendlichen, wenn sie regelmäßig größere Mengen Energydrinks trinken und damit viel Koffein zu sich nehmen? Doch ausgerechnet diese Frage lässt sich nur schwer beantworten, weil es aus ethischen Gründen kaum Studien dazu gibt.
Wie lassen sich die Risiken von Energydrinks einschätzen?
Energydrinks enthalten hohe Mengen an Koffein. Meist sind es 32 mg pro 100 ml, denn bis zu 320 mg Koffein pro Liter sind gesetzlich erlaubt. Da Energydrinks üblicherweise in 250-ml-Dosen verkauft werden, enthalten diese bereits die Hälfte der empfohlenen Koffein-Dosis für eine 50 kg schwere Person. Trinkt jemand innerhalb von kurzer Zeit mehrere Energydrinks (akut hoher Verzehr), steigt laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) das Risiko für unmittelbare gesundheitliche Folgen, wie Herzrasen, Übelkeit und Angstzustände – sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. Energydrinks sind also ein potenzielles Gesundheitsrisiko für Jugendliche.
Auch Energydrinks, Cola und Nahrungsergänzungsmittel enthalten Koffein
Eine Tasse Kaffee oder Tee wirkt anregend und der Koffeingehalt ist unproblematisch. Koffein ist aber auch in Cola, Energy Drinks oder Kakao enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine übersichtliche Handreichungzu den unbedenklichen Mengen verfasst. Aufnahmemengen von bis zu 200 Milligramm (mg) Koffein als Einzeldosis bzw. 400 mg über den Tag verteilt sind gemäß der Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für gesunde Erwachsene unbedenklich. Das entspricht gut vier Tassen Kaffee oder neun Tassen Tee am Tag. Energy Drinks dürfen bis zu 320 mg Koffein pro Liter enthalten. Bei Koffein kommt es auf die Dosis an.
Koffein in NEM sind kaum reguliert – trotz bekannter Risiken
Koffein hat sowohl erwünschte als auch schädliche Wirkungen. Welche überwiegen, hängt vor allem von der Menge ab. Inzwischen enthalten auch etliche Nahrungsergänzungsmittel (NEM) Koffein – auch über Extrakte aus koffeinhaltigen Pflanzen wie Guarana oder über zugesetztes reines Koffein. Vollmundige Werbeversprechungen über eine leistungssteigernde Wirkung richten sich vor allem an Sportbegeisterte. Das Problem dabei: Diese Werbung ist nicht immer zulässig. Und manche der Produkte dürften wegen der Risiken nicht einmal angeboten werden.
Warum das Herz Koffein besser verträgt als gedacht
Die Vorbehalte gegen Kaffee haben eine lange Geschichte, wie unsere Rückblende erzählt. Herzkranken wird oft geraten, auf Kaffee zu verzichten. Das scheint aber gar nicht notwendig. Eine neue Studie zeigt, selbst bei Vorhofflimmern schadet Kaffee offensichtlich nicht. Eine Studie aus dem Jahre 2017 ergab, dass der Konsum von drei bis vier Tassen Kaffee täglich eher mit einem gesundheitlichen Nutzen als mit einem Schaden einhergeht. Das bezieht sich auf ein weites Spektrum von Studienendpunkten, wie etwa Lebensdauer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und neurologische Erkrankungen.
Stand: 5. Oktober 2026