Editorial 04/2026
Liebe Leserin, lieber Leser,
unter dem breiten Themenspektrum im Heft ist für mich als Internisten der Artikel zum postoperativen Delir sehr praxisrelevant. Solche Patient:innen begegnen mir häufig und sind eine interdisziplinäre Herausforderung. Es ist daher ein wichtiger Ansatz, bereits im Vorfeld einer OP mögliche Delirrisiken zu erkennen und Prophylaxe zu betreiben. Auch nach einer OP können viele kleine Schritte dazu beitragen, das Delirrisiko zu mindern.

Ein häufiges Krankheitsbild ist die chronische Rhinosinusitis. Die Spannweite zwischen Lästigkeit und deutlicher Alltagsbeeinträchtigung ist entsprechend groß. Bei dauerhafter Beeinträchtigung kommt auch eine OP der Nasennebenhöhlen in Betracht. GPSP vergleicht die OP mit Alternativen.
Seit Jahrzehnten wird nach Medikamenten gegen Demenz gesucht, bisher ohne durchgreifenden Erfolg. Nun sind zwei weitere Ansätze im Gespräch:
Das bereits aus der psychiatrischen Therapie bekannte Lithium und ein Virostatikum, unter der Vorstellung, dass bestimmte Viren für Demenz mitursächlich sein könnten. Auch hier ist die Studienlage leider nicht sehr optimistisch …
Neben den unmittelbar medizinischen Artikeln kommen auch gesundheitspolitische Themen nicht zu kurz: Ein zunehmend relevantes Thema ist die systematische Sammlung und Nutzung von Patientendaten. Wir berichten über die Arbeit des Forschungsdatenzentrums Gesundheit, dessen Nutzung und die dahinterstehenden Interessen sowie die Perspektiven.
Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen
Reinhard Bornemann
Stand: 24. Juni 2026 – Gute Pillen – Schlechte Pillen 04/2026 / S.03