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© Kwangmoozaa/iStock

Neues EU-Verfahren zur Nutzenbewertung

Die Pharma-Lobby möchte noch mehr für sich herausholen

In Deutschland hat am 15. Mai die erste Nutzenbewertung begonnen, die sich auf eine europäische Auswertung der Studien stützt.1 Bewertet wird der Wirkstoff Tovorafenib. Am selben Tag meldete sich die Pharmaindustrie zu Wort und forderte Nachbesserungen. Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, denn die Industrie war die treibende Kraft hinter der Einführung einer europäischen Nutzenbewertung.2

Aussagen wie: „[Die deutsche Nutzenbewertung] darf nicht zu einer zusätzlichen bürokratischen Ebene in Europa werden“, bergen Sprengstoff.3 Denn die Pharmalobby Vfa möchte die Kriterien, die hierzulande gelten, durch „einen ganzheitlicheren Ansatz“ aufweichen.4

Dass dieser Begriff aus der Alternativmedizin verwendet wird, ist kein Zufall. Denn der Vfa zählt zu den gewünschten Kriterien „insbesondere Aspekte wie Empfindungen, Überzeugungen, Präferenzen und Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten.“3 Derzeit zählt für die deutsche Nutzenbewertung nur, was für Patient:innen wirklich wichtig ist: Die Verringerung der Krankheitssymptome, die Senkung der Sterblichkeit, weniger Nebenwirkungen und eine Verbesserung der Lebensqualität.

Der Vfa schreibt, der „Pharmadialog sollte sich des Themas gezielt annehmen.“2 Das klingt fast wie eine Drohung, denn dieser Dialog bietet der Industrie einen direkten Gesprächskanal mit der Bundesregierung.

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– Gute Pillen – Schlechte Pillen 04/2026 / S.03