Wieder erreichbar: Nationale Versorgungsleitlinien
Wichtige Orientierung für Patienten und Fachpersonal
Um die Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) gab es zuletzt viel Verwirrung.1 Denn das Institut, das für die Erstellung dieser wichtigen, qualitativ sehr hochwertigen und unabhängigen Empfehlungen zu weit verbreiteten Krankheiten von Anfang an zuständig war, das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), wurde Ende 2024 wegen Streitereien um die Finanzierung und Verantwortlichkeiten aufgelöst. Da längere Zeit nicht klar war, ob die NVL überhaupt weiter existieren und wer die Organisation übernehmen wird, war einerseits offen, ob sie vor dem Aus stehen, und andererseits waren die bereits erstellten NVL nur schwer zugänglich. Durch die ungeklärte Zuständigkeit und Finanzierung kam zudem die Weiterentwicklung der NVL für fast ein Jahr zum Stillstand.2
Nun gibt es eine neue Heimat für die NVL. Sie sind wieder leicht erreichbar unter der Adresse www.leitlinien.de. Das Ziel der NVL ist, eine evidenzbasierte, disziplinübergreifende Versorgung von häufigen Krankheiten zu ermöglichen und zu begleiten. Dazu werden neben ambulant und stationär tätigen Fachleuten aus unterschiedlichen medizinischen Fächern auch Wissenschaftler:innen und Patient:innen einbezogen.
Derzeit sind NVL zu den Krankheiten Typ-2-Diabetes, Depression, COPD, Asthma, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Herzschwäche sowie koronare Herzkrankheit verfügbar. Teil der NVL sind sowohl Hinweise für das Behandlungsteam als auch für Patient:innen, wie zum Beispiel Entscheidungshilfen.
Die Erarbeitung und Aktualisierung wird nun vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) übernommen. An der Finanzierung sind die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder beteiligt.2
Stand: 24. Juni 2026 – Gute Pillen – Schlechte Pillen 04/2026 / S.12