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Editorial 03/2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

schlanker Körper, weniger Falten, straffere Haut: Der Markt für Produkte, die das Erscheinungsbild aufbessern sollen, ist riesig. Dabei sind die Versprechen der Hersteller und Vermarkter oft irreführend, zu oft gefährden sie sogar die Gesundheit.

Silke Jäger
© Andy Alexander

Beispiel Kollagen: Als Nahrungsergänzungsmittel und sogar als Zusatz in Wasser und Früchtetees soll es schwächelnde Hautschichten straffen. Dabei gibt es keine belastbaren Belege für das Versprechen, was den Verkaufszahlen offensichtlich nicht schadet – trotz saftiger Preise.

Beispiel Abnehmspritzen: Sie dämpfen den Appetit und lassen die Zahl auf der Waage sinken – doch nur so lange man das Medikament nimmt. Danach kehrt das Gewicht erstaunlich zuverlässig zurück. Trotzdem werden sie als Gamechanger vermarktet. Dieser Verkaufsstrategie spielt eine neue Definition von krankhaftem Übergewicht in die Karten. Wird Dicksein jetzt zur Diagnose?

Dabei kann das Gewicht aus unterschiedlichen Gründen schwanken, manchmal auch als Nebenwirkung von Medikamenten. Wer unter der Behandlung von Antidepressiva der SSRI-Gruppe dicker wird, bricht die Therapie öfter vorzeitig ab. Doch liegt das am Medikament oder an der Depression? Das ist oft unklar.

Eine gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen

Silke Jäger

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– Gute Pillen – Schlechte Pillen 03/2026 / S.03