Zum Inhalt springen

Der feine Unterschied: Wo fängt die Werbung an?

Keltican-Werbung als Advertorial

Diese Doppelseite in der Zeitschrift Bella wirkt auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Artikel nebst Experteninterview. Ein Hinweis „Anzeige“ findet sich nirgends. Nur der dunkle Bereich am unteren Ende der Seite ist deutlich als Werbung zu erkennen. Im Beitrag geht es um Rückenschmerzen. Die Bedeutung der Nerven wird betont und empfohlen: „Zur Regeneration hat sich ein wertvoller Nervenbaustein bewährt, der an den Ursachen ansetzt: Uridinmonophosphat (UMP).“ Der Experte empfiehlt UMP mit Vitamin B12 und Folsäure und behauptet: „Damit können Mikronährstoff-Mängel ausgeglichen und Schmerzmittel oft schneller reduziert oder sogar ganz abgesetzt werden.“ Das ist wohl kaum ein Zufall.

Werbeanzeige aus der Zeitschrift Bella für Keltican.

  • Keine Werbung? Die Texte sind auf ein bestimmtes Produkt zugeschnitten.
  • Zielgruppe Frau – Nur hilft das Mittel überhaupt?
  • Unabhängig? Experte tritt auch für den Hersteller auf. 1
  • Die Nr. 1 – Das spricht für erfolgreiches Marketing, beweist aber nichts.

Keltican® forte ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das nicht zur Behandlung von Krankheiten angepriesen werden darf. Es gibt keine zulässigen gesundheitsbezogenen Aussagen für UMP. Dieser Stoff wird aber als besonderes Merkmal für das teure Keltican hervorgehoben. Lediglich für Folsäure ist die Aussage „hat eine Funktion bei der Zellteilung“ erlaubt, für Vitamin B12 zusätzlich „unterstützt die Regeneration peripherer Nerven“, nicht aber für die Behandlung von Rückenschmerzen.

Ob Keltican bei der Schmerzbehandlung zusätzlich zu Medikamenten hilft, ist ungewiss. Die drei Inhaltsstoffe von Keltican sind in einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung ausreichend enthalten, Belege für den Nutzen einer zusätzlichen Gabe fehlen.2

 

Keltican bei Nervenschmerzen

Nährstoffe für den Rücken?

 

PDF-Download

– Gute Pillen – Schlechte Pillen 02/2026 / S.27