Zum Inhalt springen
© ananaline/iStock

Schimmelpilzgifte: Wissenslücken im Alltag

Warum sichtbaren Schimmel zu entfernen oft nicht ausreicht

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist in einem aktuellen Bericht auf Wissenslücken über Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln hin.1 Besonders wenig bekannt sind ihre Hitzeresistenz und ihr mögliches Vorkommen in getrockneten Gewürzen.

Schimmelpilzgifte (Fachbegriff Mykotoxine) sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Je nach Gift können sie Leber und Nieren schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder Krebs begünstigen. Sie können etwa in Nüssen, Getreide, Äpfeln, Kaffee und Trockenobst vorkommen. Die Gifte selbst sind weder sichtbar noch riechbar. Kochen, Braten und Backen bieten keinen Schutz.2

Die Grundlage für die Meldung ist eine Bevölkerungsbefragung aus dem Frühjahr 2026.1 Das Ergebnis: Nur wenige der Befragten beschäftigen sich im Alltag mit Schimmelpilzgiften. Im Vergleich mit Mikroplastik oder Schwermetallrückständen schätzen sie diese als weniger bedrohlich ein – sowohl hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit als auch der Schwere möglicher gesundheitlicher Folgen. Vielen ist allerdings bewusst, dass sich die Gifte in Brot auch außerhalb sichtbar verschimmelter Stellen ausbreiten können.

Es gilt, Lebensmittel trocken und kühl zu lagern. Muffig riechende oder sichtbar verschimmelte Lebensmittel sollten nicht gegessen werden. Das Abschneiden befallener Stellen reicht häufig nicht aus, weil sich der Pilz bereits unsichtbar weiter ausgebreitet haben kann.

 

Mykotoxine in Pflanzendrinks

PDF-Download

– Gute Pillen – Schlechte Pillen 06/2026 / S.14