Leinsamen: Auf die Menge kommt es an
Blausäure und Cadmium: Besondere Vorsicht bei Kindern
Leinsamen liefern Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Sie enthalten aber auch unerwünschte Stoffe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist deshalb auf Mengenbegrenzungen und besondere Vorsicht bei Kindern hin.1
Von Natur aus enthalten Leinsamen sogenannte cyanogene Glykoside. Beim Kauen, Schroten oder Mahlen kann daraus die giftige Blausäure entstehen. Größere Mengen lösen manchmal Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit aus, sehr hohe Mengen führen auch teilweise zu schweren Vergiftungen.
Durch das Kochen und Backen verringert sich das Risiko: Blausäure verdampft, und die an ihrer Freisetzung beteiligten Enzyme werden durch Hitze inaktiviert.
Für Erwachsene erwartet das BfR bei täglich bis zu 15 bis 20 Gramm rohen, geschroteten Leinsamen keine Beeinträchtigungen. Das entspricht ungefähr zwei bis drei gestrichenen Esslöffeln. Kleinkinder sollten keine rohen, geschroteten Leinsamen bekommen. Für Kinder ab vier Jahren empfiehlt das Institut höchstens vier Gramm täglich, etwa einen gestrichenen Teelöffel. Kinder reagieren wegen ihres geringeren Körpergewichts und weniger gut ausgebildeter Entgiftungsmechanismen empfindlicher.
Zusätzlich können Leinsamen das Schwermetall Cadmium enthalten. Es kann sich in den Nieren anreichern und bei langfristiger Aufnahme deren Funktion beeinträchtigen. Auch deshalb empfiehlt das BfR Erwachsenen höchstens 20 Gramm Leinsamen täglich.
Stand: 28. Oktober 2026 – Gute Pillen – Schlechte Pillen 06/2026 / S.14