EU: Jodmenge in Algen begrenzen
Reichen die vorgeschlagenen Maßnahmen aus?
GPSP berichtete über die teils hohe Jodaufnahme durch Algenprodukte.1 Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale fand Werte bis zu 8.720 µg pro 100 g. Für Erwachsene liegt die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene maximale Tagesdosis bei 500 µg Jod. Die Verbraucherzentralen verlangen verbindliche Angaben zum Jodgehalt, Verzehrhinweise, Warnhinweise bei möglichen Risiken sowie gesetzlich festgelegte Maximalwerte.
Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Auf EU-Ebene wird derzeit ein Verordnungsentwurf diskutiert, der die Festlegung eines Höchstgehalts von 1 Gramm Jod pro Kilogramm Trockenmasse für Algen als Lebensmittel und für algenhaltige Lebensmittel vorsieht. Das BfR hat geprüft, ob eine solche Maßnahme ausreicht.2 Zwar würden dadurch sehr hohe Jodwerte vermieden, aber Vielverzehrer:innen von Algenprodukten würden nicht ausreichend geschützt. „Insbesondere bei empfindlichen Bevölkerungsgruppen können solche Expositionsspitzen unerwünschte Effekte auf die Schilddrüsenfunktion auslösen.“
Das BfR empfiehlt auf verzehrfertigen Algen und algenhaltigen Produkten eine Kennzeichnung des Jodgehalts zusammen mit Verzehrempfehlungen sowie ergänzenden Warnhinweisen zum Schutz empfindlicher Personen. Dabei sei es erforderlich, dass die Anbieter den Jodgehalt ihrer Produkte chargenbezogen testen, denn der Jodgehalt einer Algenart kann stark schwanken.
Stand: 2. September 2026 – Gute Pillen – Schlechte Pillen 05/2026 / S.14