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© Kwangmoozaa/iStock

Ende der Illusionen beim Brustkrebs-Medikament Palbociclib

Für Pfizer ist Palbociclib eine Goldgrube, der weltweite Jahresumsatz liegt bei über fünf Milliarden US-Dollar. Dafür hat die Firma mit massivem Marketing gesorgt: Sie machte große Versprechen, als das Medikament 2016 auf den Markt kam.1

Diese beruhten aber lediglich auf einer per Röntgen festgestellten Verzögerung des Tumorwachstums. Das gilt aber als schlechter Indikator dafür, ob Frauen mit Brustkrebs tatsächlich länger überleben. Dementsprechend hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) 2017 in einer ersten Nutzenbewertung keinen Zusatznutzen erkennen können. Die negative Entscheidung des G-BA war allerdings befristet, denn der Hersteller hatte versprochen, aus den noch laufenden Studien später Zahlen zum Überleben der Frauen vorzulegen.

Die endgültigen Studienergebnisse zu Frauen, die bei fortgeschrittenem Brustkrebs nach Pro­gression der Erkrankung Pal­bo­ciclib erhalten hatten, kamen im Herbst 2018: Es zeigte sich für diese Patientinnen kein Über­lebensvorteil.2

Offen blieb lediglich die Frage, ob Frauen nach der Menopause in der Erstbehandlung von dem Wirkstoff profitieren. Nach mehreren Vertröstungen legte Pfizer im Sommer 2022 nun endgültige Daten vor. Auch hier wurden die Hoffnungen enttäuscht: Leider profitieren auch diese Frauen nicht von der Behandlung. Im Gegenteil, sie hatten häufiger schwere Nebenwirkungen.3 Der Preis für Palbociclib, das als zusätzliche Therapie gegeben wird: pro Jahr und Patientin über 30.000 Euro.

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Brustkrebs: Leere Versprechungen

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– Gute Pillen – Schlechte Pillen 06/2022 / S.03