Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2017 / 03 S. 15a

Kurz und knapp:

Mehr davon – Saubere Fortbildung

Gute PillenSchlechte Pillen hat schon oft kritisiert, dass die so wichtige ärztliche Fortbildung in hohem Maße in der Hand der pharmazeutischen Industrie liegt (GPSP 3/2014, S. 19). Diese finanziert zum Beispiel Unterbringung, Verpflegung und Reisekosten von Teilnehmern. Es ist kein Geheimnis, dass viele der vortragenden Ärzte nicht nur ein üppiges Vortragshonorar erhalten, sondern „auf der Gehaltsliste von Firmen stehen“ – etwa weil sie in ihrer Klinik oder Praxis Studien zu einem neuen Medikament im Auftrag der Arzneimittelfirma durchführen.

Sicher sind zahlreiche klinische Studien sinnvoll und wichtig, aber leider führen etliche aus vielerlei Gründen zu einer verzerrten – im Klartext zu positiven – Sicht auf einzelne Medikamente (GPSP 2/2017, S. 19).
Durch die Initiative von Klaus Lieb (GPSP-Interviewpartner, 2/2010, S. 12) können sich Ärzte und Ärztinnen nun in größerem Umfang unabhängig fortbilden. Das Projekt Libermed (lat. liber = frei, ungebunden) bietet industriefreie Fortbildungen auf der Basis des aktuell gesicherten Wissens an. „Es steht also nicht die Vermittlung von Wissen aus Einzelstudien im Vordergrund, sondern von Wissen, das in der Zusammenschau aller publizierten und nicht-publizierten Evidenz zur Verfügung steht“, heißt es auf der Webseite von Libermed.

Diese Art Fortbildung gibt es nicht gratis. Eine zweitägige Veranstaltung kostet rund 400 Euro. Aber dafür stammen die Informationen von Ärzten, die von der pharmazeutischen Industrie schon länger keine Honorare mehr annehmen. Auf www.libermed.de kann man nachlesen, seit wie vielen Jahren die Industrie-Abstinenz bei Organisatoren und Vortragenden der Fortbildung besteht.





Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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