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© Spitzt-Foto/iStock

Eine bayerische Blamage mit Homöopathie

Wie eine Studie zum Desaster wurde

In Bayern sollte endlich der Beweis erbracht werden, dass Homöopathie besser als Placebos wirkt und dazu beitragen kann, Antibiotika zu sparen. Auf diese Idee kamen 2019 CSU und Freie Wähler und brachten einen entsprechenden Antrag im Landtag ein, der dann auch angenommen wurde.1 Wer jetzt ungläubig den Kopf schüttelt, sollte bedenken, dass es auf bayerisch heißt „Mia san mia“. Mit diesem Mindset kann man es sich offenbar leisten, die große Zahl an Studien und Metaanalysen zu ignorieren, die bereits belegen, dass Homöopathie nicht wirkt. Apropos leisten: Die Studie ist nun fertig und kostete stolze 700.000 Euro.

Allerdings ist das Ergebnis keinen Cent wert, denn die ganze Sache geriet – wenig überraschend – zu einem Desaster. Von 240 Patientinnen mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten, die rekrutiert werden sollten, fanden sich gerade einmal 40 und nur 22 hielten bis zum Ende durch. Bei so wenigen Teilnehmerinnen ist die Aussagekraft gleich Null und man dürfte daraus eigentlich noch nicht mal schließen, was schon vor der Untersuchung klar war: Es gibt keinen Unterschied zwischen Placebos und Homöopathie.

Der Leiter der Ethikkommission der TU München, der die Studie genehmigte, wurde in der FAZ mit den Worten zitiert: „Wir haben heftig diskutiert nach dem Motto, dass man nicht nichts mit nichts vergleichen kann. Wir sind uns alle einig, dass Homöopathie unwirksam ist.“2

Da drängt sich eine Frage auf: Warum winkte die Ethikkommission die Studie trotzdem durch, warum führte das Klinikum rechts der Isar der TU München sie durch und warum genehmigte auch die zuständige Bundesbehörde BfArM „so einen Stuss, den kein Journal publizieren wird“ und „eine Idiotie“, wie es der Naturheilforscher Edzard Ernst formuliert?1

Die Studie war aber vielleicht nicht ganz umsonst: Wer sich in Zukunft blamieren möchte, weiß jetzt, wo die Expert:innen zu finden sind.

 

Homöopathie-Studien: Nur Positives veröffentlicht?

Homöopathie in Apotheken und Arztpraxen

Scheinmedizinischer Unfug

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– Gute Pillen – Schlechte Pillen 06/2026 / S.28