Zum Inhalt springen
©Xanya69_iStock

Zoster-Totimpfstoff Shingrix: Weitere Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit

Zur langfristigen Wirksamkeit des Totimpfstoffs und zum Nutzen für Menschen unter 50 Jahren liegen neue Erkenntnisse vor. Für Menschen, die bereits vor der Impfung an Gürtelrose erkrankt waren, bleibt die Datenlage allerdings weiterhin unbefriedigend.

Seit 2018 ist ein Totimpfstoff gegen Gürtelrose (Herpes zoster) zugelassen, wir haben mehrfach berichtet. Welche weiteren Erkenntnisse inzwischen zur Verfügung stehen und was sich daraus ableiten lässt, hat das arznei-telegramm® zusammengefasst.1

Nimmt der Impfschutz im Laufe der Zeit ab?

Zum Zeitpunkt der Zulassung lagen Daten nur für vier Jahre nach der Impfung vor. Inzwischen sind aber auch Ergebnisse für Teilnehmende in der Zulassungsstudie veröffentlicht, bei denen die Impfung im Mittel bereits fünf bis sieben Jahre zurückliegt. Die Daten deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit der Impfung im Laufe der Zeit etwas abnehmen könnte. Für gesicherte Empfehlungen zum Zeitpunkt für eine Auffrisch-Impfung reichen die Ergebnisse jedoch nicht aus.

Weiterhin fehlen verlässliche Daten für Menschen, die vor der Impfung bereits einmal an Gürtelrose erkrankt waren. Eine Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit bei ihnen läuft gerade noch und wird vermutlich erst 2024 abgeschlossen.

Nutzen bei Menschen unter 50 Jahren

Inzwischen ist der Impfstoff auch für Menschen unter 50 Jahren zugelassen, die ein erhöhtes Risiko für Gürtelrose haben. Das betrifft insbesondere Menschen mit einer Immunschwäche, etwa aufgrund einer Erkrankung oder durch eine Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten. Laut arznei-telegramm® gibt es für diese Patientengruppe ausreichende Wirksamkeitsbelege: Allerdings könnte bei ihnen im Vergleich zu Immungesunden die Impfung etwas schlechter anschlagen. Da sie jedoch ein deutlich höheres Risiko für Gürtelrose haben, ist auch der absolute Nutzen vermutlich höher.

In dieser Altersgruppe scheint es mehr Impfreaktionen zu geben als bei Älteren. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind jedoch nicht häufiger.

Bei Menschen unter 50, die zwar keine Immunschwäche haben, bei denen das Gürtelrose-Risiko aus anderen Gründen erhöht ist, ist der Impfstoff hinsichtlich Nutzen und Risiken wesentlich schlechter untersucht.

Bei Menschen unter 50 Jahren empfiehlt die deutsche Ständige Impfkommission STIKO die Impfung nur für wenige Patientengruppen, etwa bei rheumatoider Arthritis oder einer HIV-Infektion. Anders als in den USA fehlt bisher eine entsprechende Empfehlung für Menschen mit Immunschwäche.

Entzündliche Nervenerkrankung

Wie bei einigen anderen Impfstoffen gibt es inzwischen auch bei dem Totimpfstoff gegen Gürtelrose Hinweise, dass möglicherweise das Risiko für ein Guillain-Barré-Syndrom steigt. Diese entzündliche immunvermittelte Erkrankung der Nerven ist jedoch eine sehr seltene Nebenwirkung; sie kann auch aus anderen Gründen auftreten: Bei einer Auswertung von US-amerikanischen Daten gab es bei Menschen ab 65 Jahren innerhalb von sechs Wochen nach der ersten Impfdosis pro eine Million Impfungen sechs zusätzliche Erkrankungen. Nach der zweiten Impfdosis war das Risiko nicht erhöht.

Impfen gegen Gürtelrose?

Mehr zum Impfstoff gegen Gürtelrose

 

PDF-Download

– Gute Pillen – Schlechte Pillen 01/2023 / S.19