Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2017 / 04 S. 18bLb

Leserbriefe:

PEA gegen Schmerzen?

Gibt es Untersuchungen zu PEA als Wirkstoff zur Schmerzlinderung? C.W.

GPSP: Die Substanz PEA (Palmitoylethanolamid) kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor, aber auch beispielsweise in Sojabohnen, Erdnüssen und Eigelb.

Seit einigen Jahren finden sich immer wieder Aussagen über eine schmerzlindernde Wirkung. Protagonist dieser These scheint vor allem der Pharmakologe Jan Keppel Hesselink zu sein. Im Zeitraum 2011/2012 zeigte Hesselink starke öffentliche Präsenz.1 Damals wurde PEA auch als „diätetisches Lebensmittel“ vermarktet. Derzeit werden online verschiedene PEA-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.
Die jeweilige Einordnung ist wichtig: Denn Produkte, die nicht als Arzneimittel zugelassen sind, dürfen nicht als Schmerzmittel beworben werden – auch wenn sich im Internet etliche solcher Werbe­be­hauptung­en finden.
Nach dem derzeitigen Stand klinischer Studien ist eine Wirkung von PEA gegen Schmerzen nicht überzeugend belegt. Eine neue Studie von 2016 mit 68 Teilnehmern (Schmerz durch Rückenmarksverletzung) ergibt keinen Unterschied zwischen PEA und Placebo.2

Zudem fehlen Informationen über die Sicherheit, die Wirkung bei längerfristiger Anwendung und Wechselwirkungen mit Medikamenten.

1    arznei-telegramm® (2012) 11, S. 94
2    Andresen SR u.a. (2016) Pain 157, S. 2097

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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