Zum Inhalt springen
©Wikimedia

Antihistaminika gegen Allergien

Heuschnupfen

Kaum beginnt der Frühling, ist es wieder soweit. Viele Menschen bekommen Heuschnupfen. Allergische Erkrankungen verursachen unterschiedliche Beschwerden: Manche quält heftiger Juckreiz an Augen und Nase, andere leiden an Nesselsucht der Haut. Viele Beschwerden lassen sich mit der Wirkstoffgruppe der Antihistaminika lindern.

Antihistaminika tragen ihren Namen, weil sie dem Histamin entgegenwirken. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der im Gewebe kleine entzündliche Prozesse auslöst. Diese sorgen sodann für Rötungen, Juckreiz und Schwellungen. Antihistaminika setzen sich genau dort im Gewebe fest, wo bei allergischen Reaktionen sonst das körpereigene Histamin andockt. So können Antihistaminika die allergischen Reaktionen abschwächen. Vollständig verhindern können sie die Beschwerden leider nicht, da im Körper neben Histamin auch weitere Botenstoffe zu den unangenehmen Folgen der Allergie beitragen.

Um die typischen Beschwerden von Heuschnupfen wie Juck- und Niesreiz zu lindern, genügt es oft, Augen- oder Nasentropfen einzuträufeln, beispielsweise mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure. Er soll verhindern, dass Histamin freigesetzt wird und so den lästigen Beschwerden an Augen und Nase vorbeugen.

Die Einnahme von Tabletten ist immer dann sinnvoll, wenn mehrere Organe betroffen sind (Augen, Nase, Haut). Ältere Präparate wie Clemastin (Tavegil®) oder Dimetinden (Fenistil®) machen sehr müde. Sie eignen sich daher weniger gut für die tagtägliche Einnahme. Einige Antihistaminika machen so stark schläfrig, dass sie auch als Schlafmittel verkauft werden (z.B. Diphenhydramin).

Weniger müde

Für die Behandlung allergischer Beschwerden kommen heute vor allem neuere Antihistaminika infrage, die nicht so oft müde machen. Bewährte Mittel sind beispielsweise Cetirizin (Zyrtec®) und Loratadin (Lisino® u.a.). Verschreibungspflichtig und teurer sind Desloratadin (Aerius®) und Levocetirizin (Xusal®). Nur in Ausnahmefällen dürfen diese beiden Wirkstoffe vom Arzt verschrieben werden. Aber Vorsicht: Auch die neueren Antihistaminika können – wenn auch deutlich seltener – Fahrtüchtigkeit oder Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Der aktuelle Preisvergleich: Cetirizin

In der folgenden Tabelle vergleichen wir die Kosten für den am häufigsten verwendeten rezeptfreien Wirkstoff Cetirizin. Das preiswerteste Präparat wird mit 100% angegeben (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Es fällt auf, dass die meisten Produkte zu nahezu identischen Preisen zwischen 14,81 € und 14,85 € angeboten werden. Die Hersteller verzichten somit auf einen Preiswettbewerb, der  zu noch günstigeren Preisen führen könnte. Mit Abstand am teuersten ist mit 37,80 € (255%) Zyrtec®. Zum Vergleich nennen wir auch Dimetinden (Fenistil®-24-Stunden Kapseln). Dieses ältere, stärker müde machende Antihistaminikum wird immer noch häufig gebraucht. Mit 29,81 € für 50 Kapseln zu 4 mg ist aber die empfohlene Tagesdosis doppelt so teuer wie die preiswerteren Cetirizin-Tabletten.

Preisvergleich von Cetirizin-Präparaten

Das günstigste Produkt ist mit 100% angesetzt. Da es sich um Preisempfehlungen der Hersteller handelt (Stand 15. März 2006), können die Preise in Ihrer Apotheke abweichen. (Cetirizin 50 Tabletten zu 10 mg; Dimetinden 50 Kapseln zu 4 mg )

PDF-Download

– Gute Pillen – Schlechte Pillen 02/2006 / S.05