Vorsicht bei Falten- und Volumenbehandlung
Gesundheitsrisiken durch Filler
Manche Ärztinnen und Ärzte spritzen sogenannte Filler, um Falten zu glätten und Volumen aufzubauen – das birgt jedoch Gesundheitsrisiken.1
Man unterscheidet zwischen abbaubaren und nicht abbaubaren Fillern. Der Effekt von abbaubaren Produkten wie Hyaluronsäure oder Kollagen hält meist bis zu zwei Jahre, teilweise verlängern einige Partikel im Filler die Wirkung, weil sie leichte Entzündungsreaktionen hervorrufen. Nicht abbaubare Filler bleiben dauerhaft im Gewebe und erzeugen Volumen durch Fremdkörper- und Gewebereaktionen.
Es kann besonders bei den Permanentfillern zu unerwünschten Effekten kommen. Frühkomplikationen treten kurz nach der Injektion auf und umfassen Entzündungen, Schwellungen, allergische Reaktionen oder Gefäßverschlüsse. Spätkomplikationen zeigen sich oft erst nach Jahren und entstehen vor allem dadurch, dass Filler nicht am Injektionsort bleiben oder Granulome bilden.
Selten, aber besonders schwerwiegend ist ein Gefäßverschluss. Dabei gelangt das Filler-Material versehentlich in eine Arterie, unterbricht die Blutzufuhr und verursacht Schmerzen, Taubheitsgefühle oder in seltenen Fällen sogar Sehbeeinträchtigungen.
Die Schweizer Aufsichtsbehörde Swissmedic hat vergangenes Jahr 84 Betriebe inspiziert, die Filler-Behandlungen anbieten.2 Dabei stieß sie vor allem in Kosmetikstudios auf gravierende Mängel: Die Hälfte des Personals war nicht ausreichend qualifiziert. 16 Prozent der Filler durften in der Schweiz gar nicht vertrieben werden und 61 Prozent wurden nicht sachgerecht gelagert. Wer sich überlegt, solch eine Behandlung durchzuführen, sollte sich unbedingt über Standards der Einrichtung und die Qualifikation des Personals informieren.
Stand: 25. Februar 2026 – Gute Pillen – Schlechte Pillen 02/2026 / S.14