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© ananaline/iStock

Babynahrung

Besser ohne Soja!

GPSP berichtete bereits vor über zehn Jahren, dass Babynahrung auf Sojabasis nicht zu empfehlen ist (GPSP 5/2007, S. 7). Das liegt unter anderem daran, dass Sojabohneneiweiß Isoflavone enthält. Diese werden auch als Phytoöstrogene bezeichnet, weil sie ähnlich dem weiblichen Estradiol (körpereigenes Östrogen) wirken können. Das ist gerade für die Säuglingsentwicklung riskant. US-amerikanische Forscher haben das jetzt bestätigt: Bei manchen weiblichen Babys, die mit Soja ernährt wurden, waren Zellen von Gebärmutter und Scheidengewebe leicht verändert, bei einigen männlichen Babys verlief die Entwicklung der Brustknospe ungewöhnlich.4 Noch ist unklar, wie sich diese Veränderungen im ersten Lebensjahr auf lange Sicht auswirken. Darum ist weitere Forschung nötig.

Außerdem ist Kuhmilch in ihrer Zusammensatzung der menschlichen Brustmilch sehr viel ähnlicher als Säuglingsnahrung auf Sojabasis und wertvoller im Hinblick auf den Nährstoff- und Energiegehalt. Kinderärzte raten deshalb davon ab, Babys nach dem Abstillen mit Sojaprodukten zu ernähren.5 Das ist vor allem für Mütter eine wichtige Botschaft, die sich strikt vegetarisch oder sogar vegan ernähren. Und von denen gibt es immer mehr.

Zu dieser ärztlichen Empfehlung gibt es allerdings seltene Ausnahmen: Bei bestimmten Stoffwechselstörungen wie der Galaktosämie und beim angeborenen vererbten Laktasemangel kann Sojanahrung für Babys die bessere Wahl sein. Aber sie erfordert in jedem Fall eine ärztlich Beratung und Überwachung.

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– Gute Pillen – Schlechte Pillen 04/2018 / S.15

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