Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2017 / 04 S. 14b

Kurz und knapp:

Kreuzschmerzen

Vorbeugen ist einfacher

Es ist ein Kreuz mit den Kreuzschmerzen, denn was die Apotheken anzubieten haben und Ärzte verordnen können, ist zwar nicht wenig. Aber die Wirksamkeit dieser Mittel ist sehr begrenzt (siehe dieses Heft S. 7) und hängt von vielerlei Faktoren ab.3

Das Gros der akuten und vor allem der immer wieder auftretenden Kreuzbeschwerden wird durch einseitige Belastungen ausgelöst. Häufig ist längeres Sitzen der Auslöser, und da kann man durch mehr Bewegung zwischendurch vorbeugen. Auch andere Rückenschmerzen lassen sich meist durch nicht-medikamentöse Strategien lindern: Häufig sind Bewegungstherapien oder die manuelle Therapie durch Physiotherapeuten hilfreich.
Was die Medikamente zur Schmerzlinderung angeht, hat sich wiederholt in Studien erwiesen, dass Paracetamol bei akuten und chronischen Kreuzschmerzen nicht genügend wirkt. ASS (Acetylsalicylsäure), Ibuprofen oder Diclofenac können akute Beschwerden nur kurzfristig lindern.

Vor allem bei chronischen Beschwerden sieht es schlecht aus: Von Tramadol und Opioiden ist wegen unerwünschter Wirkungen und dem Abhängigkeitsrisiko eher abzuraten. Und überzeugend wirksam sind sie bei diesen Schmerzen auch nicht.

Hinter Kreuzschmerzen, die ja nur ein Symptom sind, kann sich viel verbergen; im schlimmsten Fall eine Tumorerkrankung. Oder der Ischiasnerv ist der Auslöser, und dahinter steckt ein Bandscheibenvorfall. Aber unabhängig davon, was die Ursache der Symptome ist, eine Behandlung erfordert vom Arzt oder von der Ärztin viel Fingerspitzengefühl.


3    DER ARZNEIMITTELBRIEF (2017) 51, S. 28


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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