Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2017 / 05 S. 15

Kurz und knapp:

HPV-geimpfte Frauen
Unvorsichtiger beim Sex?

Zu der Kritik an der HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (Zervix) zählte von Anfang an nicht nur, dass mit der Vakzine nur bestimmte – aber nicht alle – krebsauslösenden HPV-Viren erwischt werden, sondern auch, dass die Impfung ein fahrlässiges Verhalten fördern könnte. Die Vermutung: Geimpfte könnten sich fälschlicherweise sicher fühlen – also annehmen, dass sie voll­ständig geschützt sind. Tatsächlich bieten die Impfstoffe Gardasil®, Gardasil® 9 und Cervarix® nur einen relativen Schutz. Sie verhindern rund 40% bis 70% der Zellveränderungen, die Krebs an der Gebärmutter hervorrufen können. Das gilt allerdings nur, wenn die Frau nicht vorher schon eine HPV-Infektion hatte.

Generell ist und bleibt es also wichtig, bei der Frauenärztin regelmäßig am Zervixkarzinom-Screening teilzunehmen. Aber das machen insbesondere die geimpften Frauen.

Auch bei der Frage, ob die HPV-Impfung leichtsinniger macht – also zu unvorsichtigen Sexualpraktiken führt – kann derzeit verneint werden. Die Auswertung von 20 Studien besagt eher das Gegenteil: HPV-geimpfte Frauen gehen keine besonderen Risiken ein und leben offenbar besonders gesundheitsbewusst.4


4    arznei-telegramm® (2017) 48, S. 53


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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