Zum Inhalt springen
© lechatnoir/iStock

Wann die FSME-Impfung auffrischen?

Die Auffrischimpfung wird seltener empfohlen

Liebes Redaktionsteam, können Sie mir bitte helfen? Wir wohnen im tiefsten Bayerischen Wald und somit im Hochrisikogebiet für Zecken. In der Vergangenheit haben wir uns auch brav alle zwei Jahre impfen lassen, wie vom Arzt empfohlen. Jetzt haben wir gelesen, dass in der Schweiz nur alle 10 Jahre und in Österreich nur alle 5 Jahre eine Auffrischimpfung empfohlen wird. Da die STIKO angeblich von der Pharmaindustrie bezahlt wird, sind wir mehr als verunsichert. W.S.

GPSP: Die FSME-Impfung ist nur für Risikogebiete empfohlen,1 dann übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten.2 Nach der Grundimmunisierung mit drei Impfdosen wird die erste Auffrischimpfung in Deutschland nach drei Jahren empfohlen (und nicht nach zwei), weitere alle drei bis zehn Jahre.

Hintergrund der längeren Intervalle bei der Auffrischungsimpfung in Österreich und der Schweiz sind Erkenntnisse, dass die Immunantwort nach der Grundimpfung länger anhält als ursprünglich bekannt. Verschiedene Studien legen nahe, dass der Impfschutz auch nach zehn Jahren noch ausreichend ist. In der Schweiz, die schon länger die Auffrischimpfung erst nach zehn Jahren empfiehlt, hat sich die Zahl der FSME-Erkrankungen von Geimpften nicht erhöht. Das gilt auch für Ältere, bei denen der Impfschutz schneller nachlassen kann. In Analysen aus anderen Ländern ist die Datenlage für über 50-Jährige etwas uneinheitlicher.3

Tabelle: Intervalle für die FSME-Auffrischimpfung

Für weitere Auffrischungen gelten in Deutschland je nach Alter für die beiden verfügbaren Impfstoffe unterschiedliche Angaben (siehe Tabelle). Der Anbieter von Encepur® hat kürzlich neue Daten vorgelegt und eine Verlängerung des Intervalls für 12–49-Jährige von fünf auf bis zu zehn Jahre genehmigt bekommen. Der Anbieter von FSME-Immun® hat keine Änderung der Intervalle beantragt.4

Ein weiterer wichtiger Hinweis der STIKO: „Eine einmal begonnene Grund­immunisierung kann zu jeder Zeit fortgesetzt werden und es muss KEINE erneute Grundimmunisierung erfolgen. Auch wenn eine Auffrischimpfung erst Jahre nach dem empfohlenen Impfzeitpunkt verabreicht wird, bietet sie je nach Lebensalter wieder 3 bis 10 Jahre Schutz.“5

Die STIKO wurde nie „von der Pharmaindustrie bezahlt“. Problem war in der Vergangenheit, dass etliche der ehrenamtlichen Expert:innen der STIKO Interessenkonflikte hatten, also Zahlungen für Vorträge, Beratung oder Forschung von Impfstoffherstellern erhielten und dass der Entscheidungsprozess undurchsichtig war. Das hat sich deutlich gebessert. Seit 2011 gibt es ein evidenzbasiertes Bewertungsverfahren, Interessenkonflikte werden öffentlich gemacht und können zum Ausschluss von den Beratungen führen.6

 

Zecken: Neues zu FSME

Mücken und Zecken profitieren vom Klimawandel

Zecken: Wie einfangen?

PDF-Download

– Gute Pillen – Schlechte Pillen 05/2026 / S.24