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© Radist/iStock

Toxine in Säuglingsnahrung lösen Erbrechen aus

Hersteller starten Rückruf verspätet

Weltweit mussten die Firmen Nestlé und Danone zahlreiche Säuglingsnahrungsprodukte zurückrufen, weil sie mit dem giftigen bakteriellen Abbauprodukt Cereulid verunreinigt waren. Das Toxin kann innerhalb von 30 Minuten bis zu 6 Stunden starkes Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslösen.

Besonders bei Säuglingen kann es dadurch schnell zu einem hohen Flüssigkeitsverlust kommen. Eltern sollten für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen. Bei anhaltenden Beschwerden oder einem schlechtem Allgemeinzustand des Kindes empfiehlt es sich, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.1

Beim Erhitzen der Säuglingsnahrung wird Cereulid nicht inaktiviert, auch Abkochen beseitigt das Toxin nicht. Die Produkte sollten nicht weiterverwendet werden und können dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. Betroffene Marken mit Chargennummern finden sich bei www.lebensmittelwarnung.de.

Kritisiert wird, dass Nestlé bereits Anfang Dezember 2025 um die Verunreinigungen wusste, aber zunächst nur den Handel informierte. Die öffentliche Warnung erfolgte an 5. Januar. Danone warnte erst am 30. Januar. Nestlé verschanzt sich hinter dem Argument, man habe „bislang keine medizinische Bestätigung über einen Krankheitsfall erhalten, der im Zusammenhang mit dem Verzehr der rückgerufenen Produkte stünde“.1 Das ist inzwischen anders, die britischen Aufsichtsbehörden melden 36 Kinder mit Symptomen einer Cereulid-Vergiftung, alle hatten vorher Säuglingsnahrung von betroffenen Chargen der Hersteller bekommen.2

 

Babynahrung

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– Gute Pillen – Schlechte Pillen 02/2026 / S.15