Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2017 / 06 S. 14a

Kurz und knapp:

Masern verhindern durch Impfpflicht?

© oksix/ iStockphoto.com
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In Deutschland gab es bereits im ersten Halbjahr 2017 rund 500 Masernerkrankungen. Eine 37-jährige Frau starb. Obwohl die Infektion schwer verlaufen kann, besteht in Deutschland keine Impfpflicht – weder gegen Masern noch gegen andere Erreger. Das hat nachvollziehbare Gründe, birgt aber auch gesundheitliche Risiken. Und: Man gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

In Deutschland zieht man die Zügel jetzt straffer. Soll ein Kind ohne eine Schutzimpfung gegen Masern und ohne andere empfohlene Impfungen eine Kindertagesstätte besuchen, muss wenigstens eine Impfberatung erfolgen. Weigern sich die Eltern, müssen die Tagesstätten das der Gesundheitsbehörde melden.1

Andere EU-Staaten sind mittlerweile konsequenter: Seit Mai müssen in Italien Kinder gegen 12 Erreger geimpft sein, und im Juli zog Frankreich nach. Dort sind für Kinder, die Kindergarten oder Schule besuchen, ab 2018 Impfungen gegen 11 Erreger obligatorisch, darunter auch Masern.2 Zuvor waren in Frank­reich drei Impfungen Pflicht: Kinderlähmung, Diphtherie und Wundstarrkrampf.


1    Süddeutsche Zeitung (2016) Masern verboten. 10. Juli
2    www.gouvernement.fr/argumentaire/8-nouveaux-vaccins-obligatoires-pour-les-enfants-de-moins-de-2-ans (Abruf 3.10.2017)

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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