Gesamtheft 03/2021

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SOMMER Medikamente richtig aufbewahren
Artikelnummer: 2021,03
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Beschreibung

Liebe Leserin, lieber Leser,
bei GPSP gehören Berichte über zwielichtige Nahrungsergänzungsmittel (S. 24), schlecht untersuchte Medikamente wie den neuen Cholesterinsenker Bempedoinsäure (S. 4) und dick aufgetragene Werbung (S. 28) zur Tagesordnung.
Aus aktuellem Anlass: Patientenberatung lieber nicht verbessern?
Wir haben über die mangelhafte Performance der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“, kurz UPD, berichtet.1 Diese handelt im gesetzlichen Auftrag, soll gute neutrale Beratung bieten und wird dafür von den Krankenkassen mit jährlich neun Millionen Euro finanziert. Doch es gab und gibt Zweifel an der Unabhängigkeit, der Qualität. Außerdem werden die zugesagten Beratungszahlen nicht erreicht.
Neuer Cholesterinsenker ohne Vorteile
Seit Ende 2020 ist ein neuer Cholesterinsenker verfügbar, der vor allem für Menschen mit sehr hohem Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen zugelassen ist: Bempedoinsäure. Ist das Mittel wirklich eine Hilfe auf dem steinigen Weg gegen Herzinfarkt & Co?
Gut temperiert
Manche mögen’s heiß: Auf Arzneimittel trifft das so gut wie nie zu. Ganz im Gegenteil: Bei manchen ist eher Kühlung notwendig. Das ist nicht nur im bevorstehenden Sommer wichtig zu bedenken, wenn es wieder wärmer wird.
Extrawurst für pflanzliche Mittel
Die Werbung für Nahrungsergänzung mit pflanzlichen Bestandteilen ist derzeit wenig reguliert. Hintergrund ist eine lange schwelende Diskussion in der Europäischen Union um den Status der „Botanicals“. Eine aktuelle Initiative des Bundesrats hat aber nicht nur den ­Verbraucherschutz im Blick, sondern ist auch das Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit der Hersteller von ­pflanzlichen Arzneimitteln.
„Das ist kein Humbug!“
Wie viele Schmerzen kann ein Mensch aushalten? Lange musste sich die Medizin mit dieser Frage beschäftigen, wenn sie versuchte, zu heilen. Bei Operationen und anderen Prozeduren fügten Heilkundige ihren Patient:innen bis ins 19. Jahrhunderte nicht selten noch mehr Schmerzen zu als die Krankheit selbst. Das änderte sich mit der Entdeckung der Narkose.
Buchtipp: Was wir über neue Medikamente nicht erfahren
Schon im Titel dieses englischsprachigen Buches steckt die grundlegende These: „The illusion of evidence-based medicine“. Illusionen, Trugbilder von evidenzbasierter Medizin? Hier waren Autoren mit Detailkenntnissen am Werk, hatten sie doch maßgeblich an der Aufklärung von zwei Medizinskandalen beigetragen. In ihrem Buch weisen sie auf grundsätzliche Probleme in der von der Pharmaindustrie gesteuerten Medizinforschung hin.
kurz und knapp: Zolgensma® unter Beobachtung
Kommt ein neues Arzneimittel auf den Markt, lässt sich oft noch nicht genau einschätzen, ob es im zugelassenen Anwendungsgebiet mehr nutzt als die bisher verfügbaren Mittel.
kurz und knapp: Fluorchinolone
Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, zum Beispiel Ciprofloxacin, sollen Ärztinnen und Ärzte sehr zurückhaltend verordnen: nur dann, wenn es keine besseren Alternativen gibt.
kurz und knapp: Gesund alt werden
Was hilft tatsächlich, im Alter körperlich und geistig fit zu bleiben?
kurz und knapp: Augen auf bei E-Liquids
E-Zigaretten werden oft als weniger schädlich als herkömmliche Tabakzigaretten angesehen, weil keine Verbrennungsprodukte entstehen, sondern eine Flüssigkeit („E-Liquid“) verdampft wird.
kurz und knapp: Karte für mehr Sicherheit
Für viele Arzneimittel gilt: Wer die Risiken kennt, lebt sicherer. So ist es für Patient:innen etwa wichtig zu wissen, welche Warnzeichen auf mögliche Nebenwirkungen hindeuten, sodass ein baldiger Besuch bei Arzt oder Ärztin ratsam ist.
Alles light oder was?
Leicht, fettreduziert, zuckerarm – sind das bei Lebensmitteln stets die besseren Alternativen? Was diese Begriffe tatsächlich aussagen, ist zwar gesetzlich geregelt, aber nicht immer intuitiv verständlich.
Nutzenbewertung: Die Spreu vom Weizen trennen
Seit zehn Jahren wird bei allen neuen Medikamenten in Deutschland geprüft, ob sie Patient:innen tatsächlich besser helfen als die bislang verwendeten. Zeit für eine Bilanz.
Nachgefragt: Was uns die Medien auf dem Teller servieren
Seit einem Jahr bewertet im Internet der „Medien-Doktor Ernährung“ die Qualität von Online-Artikeln über Lebensmittel, Diäten und Ernährungsformen. Wie schon beim „Medien-Doktor Gesundheit“ hoffen die Macher:innen, damit die journalistische Berichterstattung zu verbessern oder zumindest aufzuzeigen, wo mögliche Fallstricke liegen. Auch für die Allgemeinheit sind diese Bewertungen sehr hilfreich. Wir befragten dazu Marcus Anhäuser, leitender Redakteur des „Medien-Doktor Ernährung“.
Verlässliches zum Thema Krebs
Wer an Krebs erkrankt ist, hat meist sehr viele Fragen zu den Untersuchungen und der Behandlung. Verständliche und verlässliche Informationen sind dann besonders wichtig. Wir stellen zwei empfehlenswerte Angebote vor.
Leserbrief: Nahrungsergänzungsmittel Premium Collagen Complex
Gut, dass Sie skeptisch sind. Wegen unzureichender gesetzlicher Überwachung wird bei Nahrungsergänzungsmitteln in der Tat oft das Blaue vom Himmel versprochen. Ob das Mittel hält, was die Werbung verspricht, können Verbraucher:innen in der Regel nicht überprüfen, denn die Suche nach wissenschaftlichen Belegen ist kompliziert und aufwendig – ganz besonders wenn es keine (guten) Studien gibt.
Buchtipp: Wie krank ist das denn?!
Unser Kinderbuch-Tipp ist nichts für schwache Nerven. Für wissensdurstige Kinder, die nichts so schnell vom Hocker haut, ist es aber vielleicht genau das Richtige.
Viele Risiken, wenig Nutzen: Tofacitinib
Der Wirkstoff Tofacitinib wird seit einigen Jahren bei entzündlichen Krankheiten wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder der Darmerkrankung Colitis ulcerosa eingesetzt. Ob er tatsächlich viel nützt, ist umstritten. Allerdings gibt es schon seit Längerem Sicherheitsbedenken, zuletzt die Warnung vor einem erhöhten Krebsrisiko.
Werbung – Aufgepasst! Leicht stachelige Botschaft
Fasern vom Feigenkaktus sollen überflüssige Pfunde verschwinden lassen. Und das in einem Ausmaß, das „unglaublich“ ist. Die Werbung1 suggeriert, dass man sich nicht länger mit „lästigen Diäten“ quälen muss.2 Auf der Website des Anbieters Janus Medica berichtet ein Nutzer: „Trotz teilweise extrem fetthaltigem Essen, das ich über den Tag verteilt gegessen habe, habe ich abgenommen.“