Gesamtheft 01/2022

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DIABETES in der Schwangerschaft

Artikelnummer: 2022,01
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Beschreibung

Liebe Leserin, lieber Leser,
ich darf mich als neues Mitglied im Team von GPSP vorstellen. Mein Name ist Jochen Schuler. Ich bin seit 30 Jahren Arzt für Innere Medizin und Kardiologie. Meine journalistische Heimat ist DER ARZNEIMITTELBRIEF, eines der drei Mutterblätter von GPSP. Ich löse Dietrich von Herrath ab, der aus dem gleichen Haus stammt und dem für sein jahrelanges Engagement für GPSP größter Dank gebührt.
Aus aktuellem Anlass: Naturmedizin: Lobbyismus mit “Bürgergutachten“?
„Das erste deutsche Bürgergutachten Gesundheit zeigt der Politik, wie sich unser Gesundheitssystem verändern muss“, so der Titel einer neuen Publikation. Schön, wenn zufällig ausgewählte Bürger:innen über Stärken und Schwächen der Versorgung diskutieren. Zweierlei ist dabei ziemlich wichtig: Welche Fragen werden überhaupt gestellt, und wer gibt den inhaltlichen Input für die Debatten?
Extraportion Eiweiß gefällig?
Lebensmittel mit hohem Gehalt an Protein sind im Trend. „High Protein“ leuchtet in trendigem Weiß auf Schwarz aus der Kühltheke mit den Milchprodukten. „Proteinquelle“ steht auf Chips aus Linsen. Schokoriegel gibt es „reich an Protein“. Einen gesundheitlichen Nutzen haben High-Protein-Produkte aber nicht.
Zucker in der Schwangerschaft
Es ist unumstritten: Eine Früherkennungsuntersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes kann helfen, Mutter und Kind vor Risiken zu schützen. Aber wie sollte dieses „Screening“ genau aussehen? Eine neue Studie bringt jetzt mehr Klarheit in diese Diskussion.
Wie der Klimawandel unserer Gesundheit schadet
Das Cover dieser Neuerscheinung aus dem Dudenverlag ist ein richtiger Hingucker: Der Titel trifft nicht nur ein hochbrisantes Thema, sondern verspricht auch, dass wir etwas tun können. Wir haben uns das Buch mal genauer angeschaut.
Besser schlafen mit Melatonin?
Die Werbung preist Melatonin als Einschlafhilfe oder als Mittel gegen Jetlag an. Auch wenn es den Anschein haben mag: Was da beworben wird, sind keine Arzneimittel, sondern formal Lebensmittel. Wie kann das sein? Und warum ist das problematisch?
Nachgefragt: Wie sehen Verbraucher:innen Melatonin?
Landen in der Verbraucherzen­trale viele Anfragen zu Mela­tonin?
Medikamente: Mit Druck zu mehr Transparenz
Bei den allermeisten klinischen Studien, die die Zulassungsbehörden genehmigen, müssen die Ergebnisse innerhalb eines Jahres nach Abschluss veröffentlicht werden. Das passiert nicht immer. Es hilft aber, wenn die Behörden tatsächlich nachhaken.
Bärentraubenblätter gegen Blasenentzündung?
Was tun bei einer unkomplizierten Blasenentzündung? Nicht immer muss es ein Antibiotikum sein. Vielleicht dann besser etwas Pflanzliches? Beworben werden dafür zum Beispiel Extrakte aus Bärentraubenblättern. Deren Nutzen ist jedoch nicht gut belegt.
Kurz und knapp: Zulassung – Schnell heißt nicht gut
Kommen Arzneimittel mit einem beschleunigten Zulassungsverfahren (zum Beispiel in den USA als „accelerated approval“) auf den Markt, fehlen zu diesem Zeitpunkt häufig noch Daten, ob das Mittel Patient:innen wirklich spürbar nützt. Studien zu Krebsmedikamenten untersuchen oft das „progressionsfreie Überleben“, also die Frage, ob das Mittel das Wachstum des Tumors bremst. Das lässt sich oft relativ schnell beantworten.
Kurz und knapp: Sägepalme – Keine Hilfe für die Prostata
Wenn Männer mit fortschreitendem Alter öfter mal nachts raus müssen, weil der Harn drängt, liegt das oft an einer vergrößerten Prostata. Meist ist das Wachstum der Vorsteherdrüse lästig, aber gutartig. Zur Linderung der Beschwerden werden zum Beispiel Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel mit Sägepalmen-Extrakt angeboten – aber helfen die auch verlässlich?
Kurz und knapp: Hilfe gegen Schnarchen
Wer mit jemandem das Bett teilt, der oder die schnarcht, kann von geruhsamem Schlaf oft nur träumen. Aber woher kommt das nächtliche „Sägen“?
Kurz und knapp: Untersuchungen vor der Geburt?
Regelmäßige Checks in der Schwangerschaft sollen helfen, mögliche Probleme bei Mutter oder Kind frühzeitig zu erkennen. Neben Routine-Untersuchungen sind in bestimmten Situationen weitere Tests möglich, von denen einige die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen.
Kurz und knapp: Klimaschutz bei Asthma-Sprays
Dass es für einen wirksamen Klimaschutz vereinte Anstrengungen braucht, haben inzwischen weite Teile der Gesellschaft verstanden. Wenig beleuchtet ist jedoch, wie auch Arzneimittel zum Klimawandel beitragen. Relevant sind nach einer Recherche des arznei-telegramm® besonders zwei Bereiche: bestimmte Narkosegase sowie gängige Inhalationssprays bei Asthma oder COPD.5
Medikamente nach dem Krankenhaus
Was ist rosa und hat es eilig? Kein Scherz: Bei Entlassrezepten aus dem Krankenhaus sollten Sie sich sputen, denn sie sind nur begrenzte Zeit in der Apotheke einlösbar: Was Sie dazu wissen müssen.
Verhütung: Wenn die Spirale das Weite sucht
Wenn Frauen sich für eine Spirale entscheiden, wollen sie sicher verhüten. Allerdings ist die Sicherheit futsch, wenn diese Intrauterin-Pessare ausgestoßen werden. Nachfragen des ­arznei-telegramm® zu solchen Problemen waren beim Anbieter eines solchen Produkts nicht willkommen. Inzwischen ist das Medizinprodukt aber gestoppt – zumindest vorerst.
Glosse: Die Medien anfüttern
Bei GPSP landen manchmal merkwürdige Ansinnen. Hersteller hoffen, dass wir aus ihren Pressemitteilungen zitieren. Andere wollen – selbstverständlich kostenlos – Beiträge für uns verfassen. Zu dumm nur, dass es sich um „Product Placement“ handelt, also um perfide in redaktionelle Artikel versteckte Werbung. Wieder andere bieten uns Geld an, damit wir die von ihren Kunden geschriebenen Beiträge in GPSP abdrucken. Alles vergebens. Sowas geht bei uns gar nicht!
Schlaganfall & Co. – Plötzlich pflegebedürftig
Menschen können von heute auf morgen pflegebedürftig werden. Ein schwerer Sturz, ein Schlaganfall – und plötzlich ist alles anders. Angehörige müssen dann in kurzer Zeit viele Entscheidungen treffen, um die weitere Versorgung zu organisieren. Sieben wichtige Fragen und Antworten im Überblick.
Neues zu Arzneimittelrisiken: Wenn Schilddrüsenhormone aufs Herz schlagen
„Viel hilft viel“ – in der Medizin stimmt das fast nie. Und wenn es um Schilddrüsen­hormone und ältere Menschen geht, kann diese Faustregel möglicherweise sogar schaden. Darauf ­deuten neue Studiendaten hin.
Dapagliflozin: Aus bei Typ-1-Diabetes
So schnell kann es manchmal gehen: Der Pharmakonzern AstraZeneca verzichtete Ende ­Oktober 2021 bei seinem Mittel Dapagliflozin auf die Zulassung für Typ-1-Diabetes. Erst zwei Jahre zuvor hatte die europäische Behörde dieses Anwendungsgebiet genehmigt.Was heißt das jetzt für Patient:innen?
Leserbrief: Unterdosiertes Melatonin
Können Sie zu dem Nahrungsergänzungsmittel „Taxofit Magnesium 500 Nacht“ recherchieren? Außer Magnesium sind noch Vitamin B6, Vitamin E, Hopfen ohne Mengenangabe und 0,1 Milligramm Melatonin enthalten. Es wirkt bei mir tatsächlich gut. Warum? Ist da vielleicht mehr Melatonin enthalten als deklariert? Oder noch etwas anderes drin?  M. K.
Homöopathie in Apotheken und Arztpraxen
Die Idee der Homöopathie widerspricht Naturgesetzen – und auch aus vielen Studien ist klar, dass hochverdünnte Globuli und andere homöopathische Mittel nicht besser sind als Scheinmedikamente. Sie werden trotzdem oftmals von Fachleuten empfohlen, die es eigentlich besser wissen sollten. Doch zumindest in der Ärzteschaft scheint sich das derzeit offenbar zu ändern.
Werbung Aufgepasst! Lumbagil® bei Rückenschmerzen: Wirksam oder doch nicht?
„Wirksame Rücken-Medizin überzeugt Betroffene“ behauptet der Anbieter Heilpflanzenwohl. „Die Rücken-Medizin verdankt seine einzigartige Wirkung einem speziell aufbereiteten Arzneistoff der potenten Heilpflanze Aconitum napellus“, heißt es weiter. „Das Arzneimittel setze „gezielt an der Ursache akuter und chronischer Rückenschmerzen an.“ Doch die Werbung für Lumbagil® ist gleich mehrfach irreführend.