Aktuelle Ausgabe

Gesamtheft 05/2021

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Liebe Leserin, lieber Leser,
in diesen Zeiten ist vieles unsicher: Wie es mit Corona weitergeht, welche Schutzkonzepte und gesellschaftlichen Abwägungen notwendig sind, was die Politik daraus macht, manchmal auch gegen wissenschaftliche Erkenntnisse.
Aus aktuellem Anlass: Für Nichts darf man auch mit Nichts werben
Mit einem wegweisenden Urteil untersagte das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (OLG) einer Apotheke, ein homöopathisches Produkt mit seinen Inhaltsstoffen zu bewerben.1 Im konkreten Fall ging es um Globuli, in denen das Schwangerschaftshormon HCG enthalten sein soll.
Sparen an der falschen Stelle
Verordnungen von Arzneimitteln, die die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren, sollen wirtschaftlich sein – aber auch den vorgesehenen Zweck erfüllen. Dass einige Kassen bei Ärztinnen und Ärzten für die Verordnung von Bempedoinsäure werben, ist daher nicht nachvollziehbar. Denn der Nutzen dieses Cholesterinsenkers ist nicht ausreichend belegt.
Aufgefrischt: Antidepressiva absetzen – aber wie?
Was ist die beste Strategie, Antidepressiva abzusetzen, wenn sie nicht mehr benötigt werden? Keine Ahnung. Das ist die traurige Bilanz einer aktuellen Analyse bisheriger Untersuchungen. Denn die Qualität solcher Studien ist miserabel.
Aducanumab: Profit wichtiger als Nutzen?
Im Juni 2021 wurde in den USA der Wirkstoff Aducanumab gegen Alzheimer-Demenz zugelassen. Ob das für die Zielgruppe eine gute Entscheidung war, ist aber äußerst fraglich: eine Geschichte von zweifelhaften Analysen und merkwürdigen Entscheidungen der Zulassungsbehörde gegen soliden wissenschaftlichen Rat.
Vorspeise: Mehlwürmer
Wie, noch nie Insekten probiert? Zu eklig? Für gut zwei Milliarden Menschen gehören sie längst zum Speiseplan. In der EU gelten sie als „neuartige Lebensmittel“, die sich hierzulande inzwischen immer öfter in den Supermarkt-Regalen finden. Was müssen Verbraucher:innen dazu wissen?
Kurz und knapp: Spirulina
Die Blaualge Spirulina soll ein echtes „Superfood“ sein: Beworben wird etwa ein Nutzen bei Asthma, Allergien, Diabetes oder chronischen Schmerzen.
Kurz und knapp: Vegan
Die Gründe für vegane Ernährung sind vielfältig: Unstrittig ist, dass der vollständige Verzicht auf tierische Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Eier Tierwohl und Klimaschutz zugutekommt.
Kurz und knapp: Asthma
Warum hat mir meine Ärztin gegen Asthma zwei verschiedene Sprays verschrieben? Wie funktioniert das genau mit dem Inhalieren?
Kurz und knapp: Erkältung
Wenn bald wieder die Erkältungszeit beginnt, stellt sich auch die Frage: Lassen sich Husten und Schnupfen nicht irgendwie umschiffen? Und was tun, wenn doch der Hals kratzt oder die Nase läuft?
Kurz und knapp: 40 Jahre BUKO
Der Pharma-Brief gehört zu den Mutterzeitschriften von GPSP und hat unsere Zeitschrift mitgegründet. Herausgegeben wird der Pharma-Brief von der BUKO Pharma-Kampagne,5 die ihren Sitz in Bielefeld hat und in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum feiert.
Kostenfalle Krebs
In ärmeren Ländern ist Krebs ein rasant wachsendes Gesundheitsproblem. Die Behandlung ist dort vielen Menschen verbaut: Wichtige Medikamente sind enorm teuer oder gar nicht verfügbar. Darauf macht der Pharma-Brief, eine unserer Mutterzeitschriften, aufmerksam.
Glosse: Nutzlos, aber trendy
Angespannte Stimmung in der Marketing-Abteilung.1 Ein Junior-Texter verzweifelt an dem neuen Produkt: „Es wissen doch alle, dass Magnesium bei nächtlichen Wadenkrämpfen nichts bringt. Was machen wir jetzt?“
Buchtipp: Bachs Welt
Was wir heute als „klassische“ Musik betrachten, war in vergangenen Zeiten eigentlich „Pop“ (populäre Musik). Und sie hatte auch ihre „Superstars“ wie etwa Johann Sebastian Bach (1685-1750). Über ihn und seine Musik sind schon viele Bücher geschrieben worden.
Wenn Studiendaten fehlen
Was, wenn ein Medikament nicht nützt oder gar schadet – und wir wissen es nicht, weil die Ergebnisse aus klinischen Studien unveröffentlicht bleiben? Längst gibt es offizielle Regeln zur Publikation von Studiendaten. Aber nicht immer werden sie eingehalten.
Neues zu Arzneimittelrisiken: Rezeptfreie Risiken für Ältere
Rezeptfreie Arzneimittel sind nicht per se unproblematisch. Das gilt besonders für ältere Personen, wenn es um einige Schlafmittel oder um Medikamente gegen Übelkeit oder Schwindel geht. Möglicherweise werden sie deshalb demnächst verschreibungspflichtig.
Leserbrief: Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie
Sie schreiben auf Seite 18 Ihrer Ausgabe 4/2021: „Im Übrigen haben sich die pharmazeutischen Unternehmen auch selbst in einem Kodex dazu verpflichtet, auf irreführende Werbung zu verzichten. Dass diese vermeintliche „Selbstregulation“ nicht besonders gut funktioniert, zeigt nicht nur das Beispiel Sinupret, …“ Das ist nicht korrekt, denn die Selbstregulation mittels FSA-Kodex funktioniert sehr gut. Das trifft aber nur für die Firmen zu, die dem FSA-Kodex angeschlossen sind. […] Die Firma „Bionorica“.
Lohnt die Vitamin-D-Messung?
„Sollte ich mal meinen Vitamin-D-Spiegel messen lassen, um bei niedrigen Werten Vitamin D einzunehmen?“ Klingt plausibel, aber der Nutzen ist nicht belegt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der wissenschaftlichen Literatur.
Werbung – Aufgepasst! Auf coole Art Angst machen
Auf sein Herz achten – klingt doch gut. Dass die muntere Sängerin im Auftrag von Pharmafirmen unterwegs ist, kann man in dieser Anzeige leicht übersehen. Die Aufforderung, sich ohne Symptome ständig selbst den Puls zu messen, um Vorhofflimmern2 zu erkennen, ist keine gute Idee. Aber für die Firmen eine Möglichkeit, auf den dazugehörigen Websites die Vorteile des eigenen Produkts anzupreisen.