Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2006 / 02 S. 12b

„Pille danach“

Bald ohne Rezept?

Ungewollte Schwangerschaften können durch die „Pille danach“ verhindert werden. Die Risiken der Anwendung sind gering. Seit langem setzen sich Organisationen wie pro familia dafür ein, dass das Präparat ohne Rezept erhältlich ist.


Warum?
 

Antibabypille vergessen, Präservativ gerissen, Diaphragma verrutscht, leichtsinnig gewesen. Immer wieder kommt es zu solchen „Unfällen“, die oft mit einem Schwangerschaftsabbruch enden. Durch die „Pille danach“ lassen sich viele verhindern. Sie wirkt aber nur, wenn sie möglichst bald nach ungeschütztem Sex genommen wird. Innerhalb der ersten 12 Stunden ist der Schutzeffekt mit zirka 90% am höchsten.

Der Wirkstoff, das Hormon Levonorgestrel (ein Gestagen), verhindert die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle sowie die Einnistung in die Gebärmutter. Hat diese bereits stattgefunden, ist es zu spät.

Weil schnell gehandelt werden muss, plädiert nicht nur pro familia dafür, dass das Medikament ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sein sollte. Auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe spricht sich im Prinzip dafür aus, zumal die unerwünschten Wirkungen (z.B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schmierblutungen) akzeptabel erscheinen und keine besonderen Risiken durch eine Fehlanwendung – etwa eine verspätete Einnahme – bekannt sind. Auch ist die Rate an Fehlgeburten und Missbildungen nicht erhöht.In 14 europäischen Staaten ist die „Pille danach“ bereits ohne Rezept zu erhalten. In Deutschland müssen Frauen sich das Präparat verschreiben lassen und verlieren dadurch wichtige Zeit für die Nachverhütung. Es gibt neben den Präparaten Levogynon 750 und Duofem® (zwei Tabletten) seit dem 1. März 2006 auch Unofem®, das die gleiche Wirkstoffmenge in einer Tablette enthält. Befürworter der rezeptfreien Abgabe wollen, dass beim Kauf der „Pille danach“ eine erste Beratung in der Apotheke stattfindet. Das reicht nicht: Wir empfehlen, nachträglich die Frauenärztin oder den Frauenarzt zur Beratung und Nachkontrolle aufzusuchen.


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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