Zu viele Masernerkrankungen!

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Eine Maserninfektion ist hochgradig ansteckend, unangenehm und gefährlich. Eine Masernschutzimpfung erstatten die Krankenkassen. Dennoch hat das Robert Koch-Institut (RKI) hierzulande 2013 mehr als 1.700 Masernkranke registriert.1 Viele Infektionskrankheiten werden von Viren übertragen. Manche Eltern möchten ihr Kind nicht impfen lassen, so zum Beispiel auch nicht gegen Masern. Doch der nachweislich beste Schutz gegen solche Viren sind Impfungen. Wer geimpft ist, erkrankt in der Regel selbst nicht und steckt vor allem andere nicht an.

Masern gehörten vor mehr als 50 Jahren zu den „Kinderkrankheiten“, die nahezu jeder durchmachte. Fast immer gehen Masern mit hohem Fieber, Husten, Bindehautentzündung und einem rötlichen Hautausschlag am ganzen Körper einher. Auch Lungen- und Mittelohrentzündung sind möglich. Manchmal gelangen die Masernviren ins Gehirn und können dort eine Entzündung (Enzephalitis) verursachen, die – sehr selten – tödlich verläuft. Als sehr seltene Spätkomplikation droht eine verzögerte Gehirnentzündung. Sie zeigt sich erst sechs bis acht Jahre nach einer Masernerkrankung und führt in der Regel zum Tod. Dieser mehr oder minder schwere Verlauf könnte heutzutage weltweit längst passé sein, wenn alle Kinder gegen Masern geimpft wären, denn es gibt seit 1967 einen Impfstoff.2

Die WHO möchte erreichen, dass alle Menschen vor Masern durch Impfen geschützt sind. Amerika ist von Norden bis Süden masernfrei, auch in Skandinavien sowie in einigen osteuropäischen Staaten gelten die Masern durch die flächendeckende Impfung als besiegt.3,4 Doch obwohl in Deutschland die Impfung von jeder Krankenkasse erstattet wird, sind nicht genug Menschen geimpft. Weil sich manche Eltern vor den unerwünschten Wirkungen des Impfstoffs ängstigen oder Masern fälschlicherweise als normale und harmlose Kinderkrankheit abtun5, geht das WHO-Konzept nicht auf. Manchmal gibt es auch weltanschauliche Gründe – etwa von Seiten der Anthroposophie –, für die aber ausreichende wissenschaftliche Belege fehlen.6

Dabei sollten Kinder möglichst früh gegen bestimmte Infektionskrankheiten geimpft werden. Die erste Masernimpfung findet um den ersten Geburtstag herum statt, wenige Monate später folgt die zweite. Werden alle Kleinkinder geimpft, sollten mindestens 95 von 100 Kindern vor einer Maserninfektion geschützt sein. Das ist ein erfreulich hoher Schutzeffekt.

Mit der Masernschutzimpfung werden dem Körper abgeschwächte Krankheitsviren verabreicht. Unser biologisches Abwehrsystem verfügt, dank seines hervorragenden „Gedächtnisses“, über Mechanismen, die daraufhin rasch eine energische Abwehrreaktion gegen Masernerreger einleiten können: Taucht nach erfolgreicher Impfung später ein „echtes“ Masernvirus auf, kann die körpereigene Abwehr – also das Immunsystem – den Erreger sofort erkennen und entwaffnen. Wir merken davon meist nichts.

Auf die Impfportion abgeschwächter Viren reagiert jeder Körper individuell. Manchmal kann es zu masernartigen Krankheitszeichen, etwa Fieber oder einem leichten Hautausschlag kommen. Aber diese „Impfkrankheit“ ist meist schwach im Vergleich zu einer richtigen Masernerkrankung. Der Impfling sollte sich schonen dürfen, seine Eltern besonders fürsorglich sein.

Mehr zur Maserninfektion und der wertvollen Gedächtnisfunktion unseres körperlichen Abwehrsystems finden Sie hier https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-1-jan.feb.-2014/warum-impfen-masern-sind-kein-kinderspiel.php

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

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Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

 

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Quellen:
1 RKI (2013) Epidemiologisches Bulletin 48, S. 485
2 arznei-telegramm®, (2013) Diskussion um die Masernimpfung. Nr. 10, S. 85
3 Kriterium der WHO: Nicht mehr als 1 Masernpatient pro 1 Million Einwohner.
4 WHO (2011) Measles outbreaks: Regions of the Americas, Europe and Africa. 7. Okt www.who.int/csr/don/2011_10_07/en/
5 Schönberger K u.a. (2009) Bundesgesundheitsblatt; 52, S. 1045 DOI10.1007/s00103-009-0958-6
6 Theill C-F (2013) Ratgeber: Impfen. Die richtige Strategie. Berlin: Stiftung Warentest, Details ab S. 69

 

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