Wenn’s im Bett nicht mehr klappt

… können Medikamente die Lustkiller sein

Medikamente als Lustkiller
©1dbrf10/ fotolia.com

Männer fühlen sich rasch unter Druck gesetzt, wenn es mit der Liebe nicht mehr so gelingt, wie es sein sollte. Aber auch Frauen leiden nicht weniger unter Störungen ihrer Sexualität. Nicht immer ist Stress, der Beziehungsalltag oder einfach das Alter die Ursache. Es kann auch an einem verordneten Medikament liegen, genauer gesagt an dessen Nebenwirkungen. Gute Pillen - Schlechte Pillen hat einige Medikamentengruppen daraufhin überprüft, zeigt, wie die körperlichen Abläufe dadurch beeinflusst werden – und was sich dagegen tun lässt.

Krankheiten können das sexuelle Wohlbefinden trüben. Und Arzneiwirkstoffe können es auch – mit ihren unerwünschten Wirkungen. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck oder gegen Beschwerden bei gutartig vergrößerter Prostata, aber auch Cholesterinsenker und Psychopharmaka – etwa Antidepressiva. Sie beeinflussen die für eine normale Sexualität wichtigen Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche: Bestimmte Botenstoffe, zum Beispiel im Gehirn oder Rückenmark, die die sexuelle Aktivität steuern, funktionieren dann nicht mehr richtig. Es entstehen so kaum noch Lustgefühle, es machen sich Erektionsprobleme, Scheidentrockenheit sowie Orgasmusstörungen unangenehm bemerkbar. Oder das sexuelle Verlangen ist da, aber der Körper spielt nicht mit. Dann „funken“ beispielsweise die Nervenbahnen beim Mann nicht genug Impulse an das Gehirn – und nichts bewegt sich.

„Leider ist die Studienlage zu diesen Mitteln nur bruchstückhaft, insbesondere auch, was die Datenlage von Frauen betrifft“, bemängelt GPSP-Redakteur Prof. Müller-Oerlinghausen. „Denn zum einen wurden bislang sexuelle Probleme in den dazugehörigen klinischen Arzneimittelstudien oft nicht zuverlässig erfasst. Zum anderen melden Ärzte zwar die unerwünschten Wirkungen von Medikamenten, doch von durchschnittlich 300 Meldungen ist es nur eine, die sexuelle Probleme nennt. Das deutet vermutlich auf eine hohe Dunkelziffer hin. Hilfreich wäre es, wenn sich mehr Patienten und Patientinnen bei ihrem Arztbesuch dazu äußern würden.“ 

 

GPSP-Tipp:

Scheuen Sie sich nicht, Ihren behandelnden Arzt auf sexuelle Probleme anzusprechen. Manchmal kann ein Medikamentenwechsel Besserung bringen. 

Setzen Sie aber nie in Eigenregie Ihre Medikamente ab, wenn Sie glauben, Ihre Sexualität sei dadurch gestört. 

Für eine befriedigende Sexualität ist es immer günstig, den Alkoholkonsum in Grenzen zu halten oder ganz darauf zu verzichten (Alkohol in kleinen Dosen kann sexuell anregend wirken, in größerer Dosis aber das Gegenteil bewirken). 

Eine ausführliche Tabelle zu den Medikamenten und ihrem negativen Einfluss auf die Sexualität bei manchen oder bei vielen Patienten sowie weitere Tipps für Betroffene gibt es im Originalartikel https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2015/nr.-2-maerzapril-2015/medikamente-koennen-die-sexualitaet-stoeren.php, GPSP-2/2015.

Pressemitteilung als PDF

 

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 2/2015. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62 
D-33602 Bielefeld
 

 

Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: DER ARZNEIMITTELBRIEF, arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB). Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme. Steuernr. 27/603/52625

 

GEPANSCHTES

Gepanschtes-Button-B272px

Heft-Archiv


Ausgabe 2019/01




AKTION

AKTION 1000 neue Abonnenten

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de