Unnötig riskante Antibabypillen

Frankreich zieht Bremse – Deutschland hinkt hinterher

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© Dirk Baltrusch/ istock

Die Antibabypille ist seit 1960 auf dem Markt. Seither sind immer wieder Präparate in veränderter Zusammensetzung zugelassen worden: Man unterscheidet mittlerweile vier sogenannte Pillen-Generationen. Der Begriff impliziert aber nicht, dass die jüngeren Generationen ein Fortschritt sind. Im Gegenteil: Pillen der 3. und 4. Generation sind riskanter. Sie lösen im Vergleich zu den älteren öfter lebensbedrohliche Thrombosen und Embolien aus. Gute Pillen − Schlechte Pillen erklärt, woran das liegt und wo dringender Handlungsbedarf besteht.

Viele Frauen verhüten mit hormonhaltigen Antibabypillen, denn die verhindern eine Schwangerschaft sehr zuverlässig. Die meisten dieser verschreibungspflichtigen Präparate enthalten als Wirkstoffe ein Östrogen und ein Gestagen. Für solche Kombinationspräparate ist bekannt, dass sie Blutgerinnsel und Embolien auslösen können. Aber vom jeweiligen Gestagenbestandteil hängt ab, wie hoch das Risiko ist.

Das Gestagen variiert in den Pillen: Pillen der 2. Generation enthalten zum Beispiel Levonorgestrel, Pillen der 3. und 4. Generation hingegen Gestagenvarianten wie Drospirenon oder Desogestrel. Das Problem: Diese neueren Verhütungspillen sind nicht nur oft teurer, sondern aufgrund des Gestagens risikoreicher als Präparate mit Levonorgestrel. Thrombosen und Embolien können bis zu doppelt so häufig vorkommen. Studien belegen dies. Und die Behörden in Deutschland und Europa haben entsprechende Hinweise in die Produktinformation aufnehmen lassen. Dennoch werden Pillen der 3. und 4. Generation hierzulande nach wie vor am häufigsten verordnet.

In französischen Medien wurde intensiv über die Gefahren der Pillen und die damit verbundenen Todesfälle berichtet. Aufgrund der Bedenken werden in Frankreich die Kosten für Pillen der 3. und 4. Generation nicht mehr von den Krankenversicherungen erstattet. Ein kluger Schritt mit Folgen: 2013 wurden diese Präparate dort nur noch halb so oft verordnet wie 2012. Gleichzeitig standen häufiger risikoärmere Levonorgestrel-haltige Präparate sowie Spiralen und Implantate auf dem Rezept von Frauen, die aktuell kein Kind möchten. „Parallel zu diesen Umschichtungen ging in Frankreich die Häufigkeit von Klinikeinweisungen von Frauen zwischen 15 und 49 Jahren deutlich zurück“, betont der Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser. „Damit auch in Deutschland Frauen besser vor den riskanten Pillen der 3. und 4. Generation geschützt werden, sollten diese – wenn überhaupt – nur noch im begründeten Ausnahmefall verordnet werden dürfen.“

Ausführliches zu den Generationen der Antibabypillen und den alarmierenden Zuständen finden Sie im Originalartikel unter https://gutepillen-schlechtepillen.de/riskante-antibabypillen/

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 4/2015. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

Pressemitteilung als PDF

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: DER ARZNEIMITTELBRIEF, arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB). Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme. Steuernr. 27/603/52625

 

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