Mit kranken Nieren leben

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Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, fällt das Betroffenen zunächst oft gar nicht auf. Die kranken Nieren verursachen keine Schmerzen und die Harnausscheidung funktioniert auch bei eingeschränkter Entgiftungsfunktion zunächst noch recht gut. Gute Pillen - Schlechte Pillen fragte den Nephrologen Thomas Lindner, wie Nierenkranke behandelt werden können, wann eine regelmäßige Blutwäsche notwendig ist und worauf man sich als Patient oder Patientin einstellen muss.

Die meisten chronisch nierenkranken Menschen leiden seit Jahren unter Diabetes. Ihre Stoffwechselerkrankung zerstört im Laufe der Zeit viele feine Blutgefäße, meist auch in den Nieren. Dadurch verschlechtert sich zunehmend die Entgiftungsfunktion der bohnenförmige Organe, die links und rechts der Lendenwirbelsäule sitzen. Darunter leidet der Mineral- und Wasserhaushalt, so dass zu viel Wasser im Gewebe eingelagert wird – oft auch in den Lungen. Da giftige Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend entsorgt werden, kommt es zu einer Harnvergiftung, der Urämie.

Oft fallen bei Routineuntersuchungen bestimmte Blutwerte auf, die auf schlecht arbeitende Nieren hinweisen. Aber es gibt noch andere wichtige Anzeichen, erläutert Thomas Lindner: „Da legt sich zum Beispiel jemand gleich nach dem Frühstück wieder ins Bett, ist oft übel gelaunt und macht die Nacht zum Tag. Solche Symptome sind wichtig.“ Der Nephrologe macht zudem deutlich, dass strenge Diäten einem Nierenkranken heutzutage nicht mehr abverlangt werden. Und er erklärt, warum das so ist. Außerdem geht es in dem Gespräch um die richtige Trinkmenge und um Medikamente wie Diuretika, die bei Nierenkranken die Ausscheidung von Urin unterstützen.

Und schließlich erklärt Thomas Lindner im GPSP-Interview, wann eine Dialyse fast unumgänglich ist und welche Vor- und Nachteile die Optionen zur Blutreinigung haben. Neben der dreimal wöchentlichen Blutwäsche im Dialysezentrum gehört dazu auch die weniger verbreitete Peritonealdialyse, bei der Nierenkranke die Entgiftung weitgehend zu Hause durchführen können.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind immer nötig. Und als Betroffener muss man einiges auf sich nehmen und zusammen mit Angehörigen dazulernen, damit die Dialyse in den Alltag integriert wird. Aber dann ist sie für viele ein deutlicher Lebensgewinn. „Angesichts des dichten Netzes an Dialysezentren, sind auch Reisen ins europäische Ausland möglich“, beruhigt Lindner seine besonders reiselustigen Patienten und ihre Angehörigen.

 

Weitere Informationen finden Sie

https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2013/nr.-4-juliaugust-2013/nachgefragt-schlechte-nierenwerte.php

 

Pressemitteilung als PDF

 

Ansprechpartner für die Presse:

Internist und Nephrologe: Dr. Dietrich von Herrath (GPSP)
Internist und Nephrologe: Thomas Lindner (Interviewpartner)

 

redaktion@GP-SP.de

 

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

 

 

 

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1 Der Gesprächspartner Thomas Lindner hat nicht nur ein Dialysezentrum am Rande von Berlin aufgebaut, sondern ist im Vorstand der Ärzteorganisation MEZIS, deren Mitglieder keine Geschenke von der Industrie annehmen

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