Die Akne fest im Griff

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Fast alle Teenager trifft es weltweit, ob Jungen oder Mädchen: die Akne vulgaris (lat. gewöhnliche Akne). Mal schießen nur einzelne Pickel hervor, mal ist die komplette Gesichtshaut samt Dekolleté oder Rücken betroffen. Schuld ist nicht zu viel Schokolade oder Sex. GP - SP erklärt, warum Akne entsteht und was sich in Eigenregie dagegen tun lässt. Notfalls können in manchen Fällen auch verordnete Medikamente die Haut verbessern. Bei einigen Mitteln müssen Patientinnen sicher verhüten und nicht stillen, weil sonst das Baby in seiner Entwicklung geschädigt werden kann.

Die Akne vulgaris entsteht meist ab dem 14. Lebensjahr und verschwindet mit dem Ende der Pubertät. Die Ursache ist bei den Hormonen zu suchen. Während der Pubertät zirkulieren bei Jungen, oft aber auch bei Mädchen, mehr männliche Sexualhormone (Androgene) im Blut. Das kurbelt die Talgproduktion in den Haarzellen an. Zu viel Talg kann wiederum die Hautporen verstopfen. Dann entsteht ein Mitesser. In diesen Zellen und Poren befinden sich zudem Bakterien, die eine Entzündung hervorrufen können: Der Mitesser wird so zum Eiterpickel und „platzt“. Wer daran unsachgemäß herumdrückt, befördert die Bakterien tiefer in die Haut. Es bilden sich dann immer mehr Aknepusteln, also eitrige Entzündungen der Follikel und des benachbarten Hautgewebes.

Statt frustriert herumzuquetschen, sollte man zu adäquaten kosmetischen Pflegeprodukten greifen, die auch die Wohlfühlkurve steigern können. Hier muss jeder junge Mensch selbst herausfinden, was der Haut gut tut. Ebenso sind Geduld und Sorgfalt gefragt. Wer regelmäßig an der Reinigung dranbleibt, kann heftiger Akne samt möglicher Narbenbildung vorbeugen. Auch die Behandlung von geschulten Kosmetikerinnen kann hilfreich sein. Wird die Akne trotz allem nicht besser, können je nach ihrem Schweregrad – von leicht, mittelschwer bis schwer – verschiedene bakterienabtötende Medikamente (äußerlich oder innerlich angewendet) helfen. Sie werden unter ärztlicher Aufsicht über einen bestimmten Zeitraum angewendet. Allein für junge Frauen mit schwerer Akne besteht zudem die Möglichkeit, ein Hormonpräparate („Pille“) einzunehmen.

Bessert sich bei schwerer Akne trotz äußerlicher Mittel und eingenommener Antibiotika nichts am Hautzustand und bilden sich Narben, kommt das Mittel Isotretinoin (ein Retinoid zum Einnehmen) in Frage – trotz der Gefahr von schweren unerwünschten Wirkungen. „Auch hier müssen Frauen sicher verhüten und dürfen nicht stillen. Zudem werden während einer Isotretinoin-Behandlung in genau vorgeschriebenen Intervallen Schwangerschaftstests durchgeführt“, erklärt Prof. Müller-Oerlinghausen. Denn während einer Schwangerschaft oder Stillzeit dürfen Frauen wegen der Gefahr der Fruchtschädigung keine Retinoide benutzen, ob als Gel, Creme oder Tabletten. Gleiches gilt für Antibiotika, die bei schwerer Akne eingesetzt werden.

Mehr zur Akne und zu den Medikamenten samt Wirkungen und Studienlage finden Sie im GPSP-Originalartikel: https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-4-juliaugust-2014/nicht-rumquetschen.php

 

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de oder Gute Pillen – Schlechte Pillen 4/2014. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

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Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen 
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