Auf dem Prüfstand

Gesundheitsinformationen sind in allen Medien ein Dauerbrenner, in Hörfunk und TV, online und quer durch alle Printmedien. Aber wie zuverlässig sind die oft so wichtigen Informationen für Laien? Wie vollständig? Und wer prüft das eigentlich? Genau genommen prüft niemand. Es gibt allerdings eine Initiative, die seit Jahren systematisch die Qualität von medizinischen Nachrichten bewertet: der Medien-Doktor.

© Marc Hillesheim
© Marc Hillesheim

Dieses Projekt, das am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund angesiedelt ist, prüft die Qualität einiger bereits publizierter Gesundheitsinformationen auf der Grundlage wichtiger und gewissermaßen allgemeingültiger Kriterien. Gute PillenSchlechte Pillen hat Marcus Anhäuser, den leitenden Redakteur des Medien-Doktor Medizin, gefragt, wie diese Bewertungen zustande kommen und was Journalistinnen und Journalisten bei Gesundheitsthemen häufig falsch machen.

Wer kennt das nicht: Man wundert sich, dass die neue Wunderpille keine unerwünschten Wirkungen haben soll. Fragt sich, was das hochgelobte Präparat eigentlich kostet und ob es wirklich mehr nützt als günstigere Arzneimittel. Möchte wissen, welche Experten da befragt wurden – etwa nur die, die von der angeblichen Innovation profitieren?

Genau solche Fragen gehen in die Kriterien ein, anhand derer erfahrene Medizinjournalistinnen und Medizinjournalisten unabhängig voneinander aktuelle Beiträge zu Krankheit und Gesundheit bewerten. Alle Bewertungen stehen unter  www.medien-doktor.de online.

Jeder und jede kann sie nachlesen – inklusive des geprüften Originalbeitrags. Die endgültige Bewertung erfolgt in Form von Sternen: Die Bestnote sind 5 Sterne. Und es lohnt sich bei der Note 5 oder 4 Sterne den Beitrag nachzulesen und zu schauen, was hier richtig gemacht wurde. Bei 0 oder 1 Stern ist eine Menge schief gegangen. Das heißt, der gedruckte Artikel über eine Pille, der Hörfunkbeitrag über eine Therapie oder was auch immer gehört in die Tonne.

Wie es kommt, dass Medizinthemen öfter unzureichend recherchiert sind, erklärt Marcus Anhäuser damit, dass Journalisten meist unter hohem Zeitdruck stehen und vielfach Fachgebiete bearbeiten müssen, die ihnen fremd sind: Manche vertrauen dann auf hereinflatternde Pressemitteilungen und hinterfragen diese zu wenig. Andere sind einfach zu bequem.

Was bei nachlässiger oder fehlender Recherche passieren kann, kam kürzlich ans Tageslicht: Getarnt als Wissenschaftler hatten Journalisten ihre Kollegen mit einer „Schokoladen-Diät“ hinters Licht geführt. Dabei hätte sich mit wenig Zeitaufwand diese lancierte Fake-Studie als Ente entlarven lassen. Aber bei Bild und Co. war zu lesen: „Wer Schokolade isst, bleibt schlank!“

Das Interview und Informationen zum Medien-Doktor finden Sie im Originalartikel unter  https://gutepillen-schlechtepillen.de/nachgefragt-amerikanische-forscher-haben-herausgefunden-dass/

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 4/2015. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

Pressemitteilung als PDF

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: DER ARZNEIMITTELBRIEF, arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB). Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme. Steuernr. 27/603/52625

GEPANSCHTES

Gepanschtes-Button-B272px

Heft-Archiv


Ausgabe 2019/01




AKTION

AKTION 1000 neue Abonnenten

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de