Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2005 / 02 S. 11Lb

Leserbriefe:

Kaum ist Gute Pillen – Schlechte Pillen gestartet, kommt auch schon reichlich Leserpost. Dafür bedanken wir uns an dieser Stelle. Leider können wir nicht alle Schreiben persönlich beantworten. An dieser Stelle finden Sie sowohl Lob und Kritik als auch unsere Antworten auf Ihre Fragen. Wir behalten uns vor, Leserbriefe zu kürzen.

„Nachdem ich Ihre erste Ausgabe gelesen habe, bin ich noch mehr von Ihrem Informationsheft überzeugt, als durch das, was ich darüber in der Presse und im Internet zunächst gelesen hatte. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit GPSP dauerhaft und viel für medizinische Laien, die ja alle irgendwann auf Mediziner und Pharma angewiesen sind, tun können.“ C.-D. H.

„Vielen Dank, für Ihre Zeitschrift, Aufklärung tut in der Zeit medialer Reizüberflutung Not, selbst wir Ärzte wissen nicht woran wir sind. Ich werde heute Ihre Zeitschrift abonnieren.“
Dr. T.L., Arzt

Schmerzmittel: Paracetamol oder Ibuprofen?

„Sie empfehlen für Kinder gegen Symptome der Erkältung Paracetamol. Meines Wissens soll Ibuprofen aber besser sein, zumindest als Schmerzmittel bei Kindern.“ A.B.

GPSP: Die Behauptung, Ibuprofen sei besser als Paracetamol, ist für uns nicht nachzuvollziehen. Basis für unsere Auswahlentscheidungen sind Wirksamkeit und Bewährungsgrad. Bezogen auf Fiebersenkung bzw. Schmerzlinderung bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern gibt es hierzulande eindeutig mehr Erfahrungen mit Paracetamol, das überwiegend gut vertragen wird. Gefahr besteht jedoch bei Überdosierungen. Ibuprofen scheint ebenfalls von Kindern überwiegend gut vertragen zu werden. Bedrohliche Risiken von Ibuprofen schließen seltene schwerwiegende allergische Hautreaktionen und sonstige Unverträglichkeitsreaktionen ein. Vergleichende Studien, die belegen, dass Ibuprofen „besser“ als Paracetamol ist,  kennen wir nicht. Der Bewährungsgrad spricht unseres Erachtens daher bei Kindern eindeutig für Paracetamol. Für Erwachsene ist Ibuprofen ein gutes und bewährtes Arzneimittel z.B. für den Rheumabereich.

Azetylsalizylsäure (ASS) – Kautabletten besser?

„In der Apotheke wurde mir wegen Magenproblemen zum Kauf von Aspirin Direkt® geraten, weil darin ein „Magenschutz“ enthalten sei. Ist das so richtig?“ J.E.
GPSP: Wir sehen keinen relevanten Vorteil, der es rechtfertigen würde Azetylsalizylsäure als Kautablette vorzuziehen. Bei Verwendung von Kautabletten erscheint aber direkter Kontakt des Wirkstoffs mit den Schleimhäuten des Magens und damit eine Schädigung wahrscheinlicher als bei Einnahme einer normalen Tablette mit einem Glas Wasser. Gegenteilige aussagekräftige Belege der Firma Bayer sind uns nicht bekannt. Auch mangelt es uns an Belegen für die Relevanz des für die Kautablette behaupteten schnelleren Wirkungseintritts.


Brausetabletten teuer?

„’Vitamin C treibt den Preis in die Höhe’ …… nicht Ihr Ernst, hoffe ich ???!!! Es sollte doch wohl bekannt sein, dass es das Herstellungsverfahren für Brausetabletten ist, das hier eine Rolle spielt!“ R.S., Apotheker

GPSP: Das Herstellungsverfahren von Brausetabletten ist nun gewiss nicht aufwändig und teuer. Das machen die Hersteller von (in der Regel entbehrlichen) Multivitamin-Präparaten deutlich, die über Discounter 20 Multivitaminbrausetabletten für 60 Cent anbieten. Außerdem können wir weder in Brausetabletten noch in der Beifügung von Vitamin C einen Vorteil für die Schmerztherapie erkennen.

Nasentropfen

„Nasentropfen sind zwar durchweg günstiger als entsprechende Dosiersprays, allerdings sind erstere grundsätzlich konserviert. Zum einen schädigen Konservierungsstoffe nachgewiesenermaßen die Sinneszellen der Nasenschleimhaut, zum anderen haben sie ein hohes Allergiepotenzial und zuletzt sind die Fläschchen nach Anbruch nur 14 Tage haltbar. Dosiersprays dagegen sind mittlerweile fast alle konservierungsmittelfrei. Außerdem bekommen Sie mit einem Sprühstoß die richtige Dosis.“ A. K., Apothekerin

GPSP: Abschwellende Nasentropfen wirken rasch, häufig werden dennoch zu viele Tropfen oder Sprühstöße verwendet. Oft reichen auch für Erwachsene niedrigdosierte Lösungen aus, die für Kinder angeboten werden. Da die Nasentropfen ohnehin nur wenige Tage angewendet werden dürfen, scheint uns der Gehalt an Konservierungsmitteln akzeptabel. Grundsätzlich sollten die Fläschchen mit Tropfen und Sprühlösungen nur von einer Person verwendet werden (Namen auf Etikett schreiben). Die von den Herstellern angegebene Haltbarkeit nach Anbruch beträgt bei Tropfen einen Monat und bei Sprühflaschen sechs Monate (z.B. bei Otriven®).


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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