7. Mai 2018

Wem nützt‘s?

EU will Bewertung neuer Arzneimittel verwässern

@ Ezio Gutzemberg/ photocase.de
@ Ezio Gutzemberg/ photocase.de

Seit 2011 wird in Deutschland der tatsächliche Nutzen aller neu zugelassenen Arzneimittel bewertet: Bringen sie den Patienten wirklich mehr Gesundheit als bereits bestehende Therapien? Eine wichtige Frage, denn viele „Neuheiten“ bringen keine relevanten Verbesserungen. Wenn es nach der EU-Kommission geht, soll mit diesem konsequenten und transparenten Prüfungsverfahren bald Schluss sein.

Ziel der Europäischen Union ist es, für alle Mitgliedstaaten sinnvolle, einheitliche Standards festzulegen. Das ist eine gute Sache – wenn die Richtung stimmt. Auf den Gesetzentwurf der EU-Kommission für die Bewertung von neuen Arzneimitteln trifft das leider nicht zu. Das lässt schon die Begründung aus der Feder der Generaldirektion für Gesundheit erahnen: Von den Problemen, die das Gesetz lösen soll, wird an oberster Stelle „Hindernisse und Verzerrungen beim Marktzugang“ für Medikamente genannt. Im Vordergrund stehen also die Interessen der Hersteller – und nicht die der Kranken, die gute Arzneimittel brauchen.

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