30. Juni 2014

Schwitzen ohne Sorgen

Deos ohne Aluminium tun es auch

© Roijoy/ fotolia.com

Manche Deos enthalten Aluminiumsalze, die das Schwitzen besonders effektiv stoppen. Immer wieder wird dieses Metall als Verursacher von Brustkrebs und für die Entstehung von Demenz verantwortlich gemacht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diese Behauptungen geprüft.1 Es besteht zwar kein Anlass zur Panik, berichtet Gute Pillen – Schlechte Pillen in seiner Ausgabe 4/2014. Dennoch gibt es Wissenslücken, die geschlossen werden müssen.

Anlass für die Sorge vieler Menschen ist der Verdacht, Aluminium in Deos würde Brustkrebs auslösen. Im Brustgewebe von Frauen mit Brustkrebs findet sich häufig ein erhöhter Aluminiumgehalt. Ob das aber ein Zeichen ist, dass Aluminium in Deos der Auslöser für den Krebs ist, darüber sind sich die Wissenschaftler seit langem uneins. Es könnte ebenso gut umgekehrt sein, dass Krebs selbst der Grund für die Ansammlung von Aluminium im Gewebe ist Wesentlich klarer ist dagegen die wissenschaftliche Einschätzung, ob es einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Demenz gibt. Denn auch bei Demenz-Kranken hat man in bestimmten Gehirnregionen einen erhöhten Aluminiumgehalt gefunden. Ein Zusammenhang wurde durch umfangreiche Studien nicht bestätigt.1

Mit einer Überdosis an Aluminium können wir unsere Körper vergiften und Folgeschäden an Nerven und Knochen auslösen. Und weil in unseren Lebensmitteln Aluminium vorkommt, haben Behörden für die Nahrung gesetzliche Grenzwerte festgelegt. Wie viel Aluminium wir uns zusätzlich über Deos in den Körper holen, ist derzeit noch nicht durch verlässliche Studien belegt. Ob die Aluminiumsumme aus Deo und Nahrung bedenklich werden könnte, ist unklar. Alu-Deos sollten daher auch nicht direkt nach der Rasur aufgetragen werden, denn über die kleinen wunden Stellen dringt mehr davon in den Körper ein.

Christian Wagner-Ahlfs von GPSP rät: „Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf Aluminium im Deo verzichten. Es gibt Alternativen.“ Die Autoren der Verbraucherzeitschrift sehen aber auch die Behörden in der Pflicht: Ein genereller Grenzwert für Aluminium in Kosmetik sei sinnvoll, und weitere Forschung muss klären, wie sich die Belastung aus Kosmetik und Nahrung addieren.

Hier geht es zum GPSP-Originalartikel: https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-4-juliaugust-2014/aluminium-in-deos-riskanter-schweisskiller.php


Quelle
1 BfR (2014) Aluminiumhaltige Antitranspirantien tragen zur Aufnahme von Aluminium bei. Stellungnahme Nr. 007/2014 des BfR vom 26. Februar 2014 www.bfr.bund.de/cm/343/aluminiumhaltige-antitranspirantien-tragen-zur-aufnahme-von-aluminium-bei.pdf

  • Kostenfalle Krebs

    In ärmeren Ländern ist Krebs ein rasant wachsendes Gesundheitsproblem. Die Behandlung ist dort vielen Menschen verbaut: Wichtige Medikamente sind enorm teuer oder gar nicht verfügbar. Darauf macht der Pharma-Brief, eine unserer Mutterzeitschriften, aufmerksam.

  • Sparen an der falschen Stelle

    Verordnungen von Arzneimitteln, die die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren, sollen wirtschaftlich sein – aber auch den vorgesehenen Zweck erfüllen. Dass einige Kassen bei Ärztinnen und Ärzten für die Verordnung von Bempedoinsäure werben, ist daher nicht nachvollziehbar. Denn der Nutzen dieses Cholesterinsenkers ist nicht ausreichend belegt.

  • Vorspeise: Mehlwürmer

    Wie, noch nie Insekten probiert? Zu eklig? Für gut zwei Milliarden Menschen gehören sie längst zum Speiseplan. In der EU gelten sie als „neuartige Lebensmittel“, die sich

  • Werbung – Aufgepasst!

    Auf sein Herz achten – klingt doch gut. Dass die muntere Sängerin im Auftrag von Pharmafirmen unterwegs ist, kann man in dieser Anzeige leicht übersehen.

  • Vorsicht Schleichwerbung!

    Ist das noch ein journalistischer Beitrag oder schon Marketing? Gerade bei Gesundheitsfragen können – oder wollen? – das offenbar nicht alle Zeitschriften sauber trennen.

  • Lukrative Nische

    Medikamente gegen seltene Krankheiten versprechen spärliche Einnahmen, möchte man denken, schließlich gibt es nur wenige Betroffene. Um Anreize für die Forschung zu

 


Ausgabe 2021/05




AKTION

AKTION 1000 neue Abonnenten

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de