6. Juli 2020

Riskante Geburtseinleitung?

Aufregung um das Medikament Cytotec®

© Yuri_Arcurs/ iStockphoto.com

Wenn eine Geburt eingeleitet werden muss, wird in Deutschland dafür häufig der Wirkstoff Misoprostol verwendet, der in Tablettenform unter dem Handelsnamen Cytotec® auf dem Markt ist. Für diesen Zweck ist das Mittel allerdings nicht zugelassen und geriet deshalb kürzlich in die Kritik: Laut Medienberichten soll es Babys und Frauen geschädigt haben. Die Geschichte ist jedoch komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint.

Im Februar schien es, als hätten die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk einen Skandal in der Geburtshilfe aufgedeckt: Sie schilderten in dramatischen Geschichten, dass Frauen zur Geburtseinleitung das dafür nicht zugelassene Arzneimittel Cytotec® erhielten – und Schlimmes erlebten: Sie berichteten von sehr starken Schmerzen, unerträglich heftigen Wehen (Wehensturm) und sogar von Gebärmutterrissen. Dies habe zu Komplikationen, in einigen Fällen zu Behinderungen des Kindes und sogar zum Tod der Mutter geführt.1 Über das Medikament und seine Risiken und Nebenwirkungen seien die Frauen nicht aufgeklärt worden. Was ist dran an den Vorwürfen? Eine der Mutterzeitschriften von GPSP, das arznei-telegramm®, hat die Sachlage genauer be­trach­tet.2

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